Oft ist es das Allererste. Oder das Auto, das einen durch die Studien- oder Ausbildungszeit begleitet hat. Viele Menschen hatten oder haben ein Auto, das für sie eine besondere Bedeutung hat. Einige dieser Geschichten erzählen wir hier. Im vierten Teil unserer Serie erzählt Alina Schadwinkel, Volontärin bei ZEIT ONLINE, über ihren Nissan Micra. Wer Geschichten über sein erstes Auto zu erzählen hat, kann diese an auto@zeit.de schicken. Die schönsten Einsendungen veröffentlichen wir in unserer Serie. 

Seit dem 15. Lebensjahr waren mein Mofa und ich vollwertige Mitglieder des Straßenverkehrs. Mit Tempo 25 ging es zu Schule, zum Training, zu Freunden und wieder zurück. Zuerst liebte ich den lauen Sommerwind. Dann hasste ich den Regen, ärgerte mich über die durch den Helm platt gedrückte Frisur und war genervt, dass ich nur so langsam von der Stelle kam. Ein Auto sollte her, und zwar bald.

Zu meinem 18. Geburtstag bekam ich ihn endlich: meinen Micra Jive.

Damit lag ich voll im Trend, fuhren doch fast alle meine Freunde auch schon einen Micra. Dass dieses Schnuckelchen perfekt ist für mich, war mir schon bei unserer ersten Begegnung klar: Es war in ein auffallendes und dennoch freundliches Türkis-Metallic getaucht, 15 Jahre jung und schaute mich mit freundlichen Augen an. Zudem hatte der Wagen genau die richtige Größe für eine 18-Jährige: Er war klein genug, um damit bequem und sprüchefrei einzuparken, aber groß genug, um vier Freunde, elf Bierkästen samt Beifahrer sowie unzählige Schuhe und Shoppingtaschen einzupacken. "Das Auto passt zu dir. Es ist genauso klein und knubbelig, wie du!", sagte meine Mutter.

Die erste Fahrt absolvierte ich mit meinen besten Freundinnen und meiner ersten großen Liebe. Sie war ein gleichsam wundervolles, wie Angst einflößendes Erlebnis – fuhr das Auto doch viel beherzter um die Kurven und knapper über die Ampeln, als es das Fahrschulauto jemals getan hatte. Noch heute erinnern sich meine Beifahrer sehr lebendig an diese erste fünfminütige Fahrt und daran, wie sie Stoßgebete durch das Schiebedach gen Himmel schickten.

Jenes gläserne Dach war mein persönliches Highlight an dem Auto. Nicht nur hob sich mein Wagen damit von den restlichen Wagen der "Micra-Gang" ab, die es an meiner Schule gab. Nein, ich  konnte den lauen Wind genießen und Regen, pah!, der ließ mich fortan kalt.

Bis zu jenem fatalen Tag im Sommer, als ich das Schiebedach offen ließ, was ich sonst nie tat, und der Platzregen einsetzte, was er sonst nie tat. Selbst fleißiges Durchlüften bewahrte die Scheiben des Micras nicht davor im anschließenden Winter mit durchaus schönen, jedoch hinderlichen Eisblumen geschmückt zu werden.