Zwei erfolgreiche Opel-Modelle wurden bereits neu aufgelegt: der Opel Isignia und der Opel Astra. Jetzt kommt eine zweite Auflage des Opel Meriva.

Bislang profitierte der Meriva vor allem von seiner Alleinstellung im Markt. Mitbewerber konnten in dieser Fahrzeugklasse keinen ähnlich kompakten Minivan vorweisen. Die zweite Ausgabe basiert auf dem Chassis des aktuellen Opel Astra und ist deutlich größer und komfortabler als das Vorgängermodell.

Die Neuausgabe hat eine Länger von 4,28 Metern, das sind rund 23,6 Zentimeter mehr als beim Vorgänger. Die zusätzlichen Zentimeter kommen dabei in vollem Umfang den Passagieren zu Gute. Die beiden äußeren Fondsitze sind sowohl axial als auch horizontal individuell verstellbar. Zusätzlichen Komfort bietet eine verschiebbare Mittelarmlehne, die sich auch als Staufach für Reiseutensilien benutzen lässt.

Besonders fällt die Konstruktion der Fondtüren auf. Statt die Türen wie bei herkömmlichen Autos an der B-Säule anzuschlagen, entdeckten die Rüsselsheimer die Vorzüge der in den Dreißiger Jahren populären sogenannten "Selbstmördertüren" und befestigten die Türscharniere an der C-Säule. Für die Fahrgäste ist dies deutlich komfortabler. Damit die Türen nicht unbemerkt während der Fahrt geöffnet werden hat Opel eine elektronische Sicherung eingebaut, die den Öffnungsmechanismus ab Schrittgeschwindigkeit sperrt. Dafür hat der Autobauer an Sonnenrollos für die Seitenscheiben gespart. Dritte, hintere Kopfstützen sind nur gegen Aufpreis zu haben.

Wenig überzeugt der Kofferraum. Zwar kann das standardmäßig 400 Liter große Gepäckabteil stufenweise durch Umlegen der einzelnen hinteren Sitzelemente auf bis zu 1500 Liter vergrößert werden, komplett demontierbar sind die Sitze indes nicht. Was bleibt ist eine unebene Ladefläche. Punkten kann der neue Meriva dagegen, wenn es um das Transportieren von Fahrrädern geht. Gegen Mehrpreis ist das Modell mit einem unter der Heckstoßstange ausziehbarem Fahrradträger erhältlich, die einfach zu handhaben sind.

Opel setzt auch bei diesem Modell auf die leistungsstarken Aggregate aus dem Astra. So kann der Meriva als Benziner mit dem in drei Leistungsstufen erhältlichen 1,4 Liter Motor bestellt werden, von dem die Varianten mit 120 und 140 PS über einen Turbolader verfügen. Dieselkunden müssen sich zur Markteinführung mit dem bekannten 100 PS starken 1,7 Liter CDTI Motor bescheiden, der die Vorderräder ausschließlich über ein 6-stufiges Automatikgetriebe antreibt. Später plant Opel weniger leistungsstarke Versionen nachzuschieben.

Der 120-PS-Motor hat mit dem rund 1400 Kilogramm schweren Wagen keine besondere Mühe. Binnen 11,5 Sekunden werden die 100 Stundenkilometer erreicht, die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 188 Stundenkilometern. Mit dem stärkeren Vierzylinder und einem Drehmoment von 200 Newtonmetern kommt noch mehr Fahrspaß auf. Der Verbrauch bleibt mit 6,5 Litern akzeptabel.

Für das Fahrwerk griffen die Opel-Ingenieure ebenfalls auf Komponenten des neuen Astra zurück. Die elektrische Servolenkung erleichtert mit variabler Unterstützung das Einparken.

Mit einem Grundpreis von 15.900 Euro für das 100 PS starke Basismodell hat sich der Meriva deutlich von seinem Vorgänger entfernt. Wer einen stärkeren Motor und einige Sonderausstattungen haben möchte, zahlt mehr als 20.000 Euro. Die Diesel-Version kostet sogar 23.000 Euro. Doch angesichts der hohen Alltagstauglichkeit, der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und der durchaus ansprechenden Qualität, dürfte bei den meisten Kunden die Freude über das Produkt noch lange Anhalten, während der Preis bereits vergessen ist.