Der Verkehrsclub VCD hat in Berlin die Ergebnisse seiner Auto-Umweltliste 2010/2011 vorgestellt. Laut der Studie baut Toyota die umweltfreundlichsten Autos: Der Konzern ist gleich mit zwei Testsiegern im Öko-Ranking für Pkw vertreten. Gold teilen sich punktgleich der Auris Hybrid und der Prius Hybrid. Auf dem dritten Platz landete der iQ 1.0 VVT-i – ebenfalls ein Toyota. Klimabester ist der Smart fortwo coupé cdi, der 86 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt, gefolgt vom VW Polo 1.2 TDI BlueMotion mit 87 Gramm.

Gewinner der diesjährigen VCD Auto-Umweltliste sind die Hybridfahrzeuge, von denen erstmals vier unter die ersten zehn Plätze kamen. Auch in der Kompaktklasse dominieren die Hybride. Hier belegen hinter dem Toyota Auris Hybrid die Honda-Modelle Insight Hybrid und Civic Hybrid die Plätze zwei und drei.

Die Top-Ten der Familienautos führt der Toyota Prius Hybrid an. Silber geht an den Skoda Fabia GreenLine 1.2 TDI CR Combi, Bronze an den Seat Ibiza ST 1.2 TDI CR Ecomotive. Bei den 7-Sitzern überzeugte der Touran von VW mit drei verschiedenen Antrieben: Platz eins belegte der erdgasbetriebene VW Touran 1.4 TSI Ecofuel DSG, Platz zwei der Touran 1.6 TDI BlueMotion Technology und Platz drei der Touran 1.2 TSI BlueMotion Technology.

"Bis 2020 sollen nach Plänen der Bundesregierung und der Autoindustrie eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren. Fakt ist jedoch, dass keiner von den großen Herstellern in diesem Jahr auch nur ein einziges verkauft hat", sagt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Bisher gebe es Elektroautos nur in Modellversuchen, Kleinstserien sowie als teure Umbauten. Wann sie massentauglich sein würden, sei ungewiss. "Selbst wenn die Zielsetzung der Bundesregierung für 2020 erreicht wird, stehen einer Million Elektroautos gut 45 Millionen herkömmliche Pkw gegenüber".

Der diesjährige Sommer hätte mit seinen Wetterextremen die Auswirkungen des Klimawandels verdeutlicht, sagt Lottsiepen. Der Treibhauseffekt sei das größte Umweltproblem, das heute vom Autoverkehr ausgehe. "Während bei den Schadstoffen – bei Stickoxiden und Rußpartikeln – durch ambitionierte Grenzwerte die Emissionen deutlich reduziert werden konnten, sank der CO2-Ausstoß im Straßenverkehr seit 1990 lediglich um vier Prozent." Die Autoindustrie müsse ihre Anstrengungen in Sachen Klimaschutz ernsthaft forcieren und den Durchschnittsverbrauch aller Pkw massiv senken.

Die VCD Auto-Umweltliste zeige, dass es schon heute Pkw gibt, die wenig verbrauchen und damit Umwelt und Portemonnaie wenig belasten. Aber davon gebe es immer noch viel zu wenige. Moderne Umwelttechnik müsse Standard in allen Modellen werden. Die Autoindustrie habe die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht zuletzt dank massiver Subventionen überwunden. Nun gebe es keine Ausrede mehr, den Klimaschutz zu vernachlässigen. Dazu Lottsiepen: "Bis 2020 muss der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller verkauften Pkw wie von der EU gefordert auf 95 Gramm je Kilometer gesenkt werden."

Seit 1989 erscheint die VCD Auto-Umweltliste, mit der der Verkehrsclub allen, die ein Auto kaufen möchten, eine Entscheidungshilfe an die Hand geben möchte. Bewertet wurden über 350 aktuelle Pkw-Modelle anhand der Klimabelastung durch CO2 sowie der Belastung des Menschen und der Umwelt durch Lärm und Schadstoffe. Autos, die mehr als 180 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, wurden nicht in die Liste aufgenommen.

Neben den einzelnen Pkw untersuchte der VCD auch das Umweltmanagement der Autokonzerne. Im Hinblick auf Produktion, Produkteigenschaften und Kommunikation belegten Volkswagen und Toyota dabei gemeinsam den ersten Platz vor Daimler/Smart auf Rang drei.