Auch für die neue Bescheidenheit haben sich die anglophilen Marketing-Strategen der Automobilindustrie ein englisches Wort ausgedacht: "Downsizing" nennt man das Schrumpfen von Autos. Man stellt sich ein Auto in die Garage, das eine Nummer kleiner ist als das vorherige – aber bitte nicht billig im Ambiente, und natürlich mit dem üblichen elektronischen Zubehör ausgestattet. Es soll zwar in die engen Parkplätze der Innenstädte passen, aber zumindest auf den vorderen Sitzen genügend Platz bieten.

Die Hersteller bedienen diesen Trend mittlerweile mit Fleiß. Zwei Beispiele: der Toyota iQ und der C3 von Citroën. Beide haben ähnlich dimensionierte Basis-Benzinmotoren (iQ: 68 PS, C3: 60 PS) und kosten in der Grundversion annähernd gleich viel. Der iQ ist mit 12.900 Euro 200 Euro teurer als der C3. Und beide machen auf Lifestyle und erheben in ihrer Klasse einen Premium-Anspruch – der iQ als Microfahrzeug, der C3 als Kompakter.

Doch ist Micro nicht zu mickrig, vor allem, wenn man zum etwas niedrigeren Preis mehr Nutzraum und ähnlichen Nutzwert bekommt? Toyotas Winzling ist mit nicht einmal drei Metern Länge fast einen Meter kürzer als der Franzose. Doch die Vorteile daraus halten sich in Grenzen. Natürlich macht der kurze Radstand des iQ einen beeindruckenden Wendekreis möglich. 7,8 Meter reichen fast immer, um auch in Nebenstraßen auf einen Rutsch zu wenden und in der Stadt wendig unterwegs zu sein. Der Citroën kann da mit seinen 10,2 Metern nicht ansatzweise mithalten. Dafür lässt sich in die zwei Meter zwischen Vorder- und Hinterachse des iQ selbst mit Mühe nicht reinquetschen, was Toyota im Prospekt verspricht. Dort läuft der iQ als Viersitzer.

Vorn bietet der iQ in der Tat erstaunlich viel Raum für zwei, doch nur mit viel Milde kann man das Auto allenfalls als Dreisitzer durchgehen lassen. Dafür bedient sich Toyota eines intelligenten Tricks: Das Armaturenbrett ist auf der rechten Seite so stark Richtung Frontscheibe vorgeschwungen, dass sich der Beifahrersitz weiter nach vorne schieben lässt als der Fahrersitz. So wird hinten rechts genug Platz frei, um einen dritten Passagier wenigstens über kürzere Strecken mitnehmen zu können. Hinter dem Fahrersitz lässt sich dagegen nicht mal ein Erstklässler ohne Protestgeschrei unterbringen.

Auch der Kofferraum des iQ ist kaum seinen Namen wert. Sind alle Rückenlehnen hinten hochgeklappt, bleibt Platz für 32 Liter Gepäck. Das reicht nicht einmal für den Wocheneinkauf. Wer den iQ als Zweisitzer nutzt und die hinteren Lehnen umklappt, darf sich immerhin über 238 Liter Gepäckraum freuen – und sich fragen, wo er die beiden Kopfstützen verstaut, die er herausziehen muss, damit alles halbwegs passt. Doch auch dann bleibt ein Problem: Es fehlt eine durchgehende Wand zum Laderaum, beim Bremsen kann also schon mal das Ladegut zwischen Fahrer- und Beifahrersitz hindurch nach vorn schießen.

Der C3 ist mit seinem 50 Zentimeter längeren Radstand deutlich Insassen freundlicher. Vorn bietet er ähnlich viel Platz wie der iQ, aber hinten können im C3 tatsächlich zwei weitere Passagiere sitzen. Nicht mit sehr viel Freiraum, aber auch nicht schlechter als im VW Polo und ähnlichen Kleinwagen. Der Einstieg nach hinten geschieht im C3 bequem über die beiden Hecktüren – beim zweitürigen iQ muss man sich an den Vordersitzen vorbeizwängen. Und Platz für 300 Liter Gepäck bleibt im Kofferraum des Franzosen auch noch. Annähernd so viel liefert Toyota erst beim Yaris. Gegen den Bremsflug nach vorne gesichert ist das Ladegut beim C3 ebenfalls.