Mal klemmte das Gaspedal, mal wurde es von einer verrutschten Fußmatte blockiert – doch in vielen Fällen waren es Fahrfehler, die zu den Unfällen mit Autos von Toyota in den USA führten. In 35 von 58 Unfällen, die die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersuchte , traten die Fahrer aus Versehen aufs Gas statt auf die Bremse. Mit dieser Erkenntnis prüft der japanische Hersteller laut einem Bericht des Wall Street Journal nun, ob Design oder Platzierung der Gas- und Bremspedale womöglich zu Verwechslungen beitragen.

Die NHTSA-Studie stützte die Argumentation von Toyota, vor allem gegenüber US-Verkehrsminister Ray LaHood, der dem Unternehmen mehrfach unterstellt hatte, den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen zu verheimlichen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der Wagen im Verdacht, zu den Unfällen beizutragen. Doch die Schuld allein den Fahrern zuzuschieben, kann für Autohersteller auch riskant sein. Als Ende der 1980er Jahre in den USA ähnliche Fälle mit Autos von Audi auftraten, gab Audi den Fahrern die Schuld. Daraufhin nahm der US-Absatz deutlich ab.

Diesen Fehler möchte Toyota offensichtlich vermeiden. Konzernchef Akio Toyoda hat schon klargestellt, dass man die Schuld nicht auf die Kunden schiebe. Toyota müsse vielmehr Autos entwickeln, die – selbst wenn der Fahrer einen Fehler macht – keinen Unfall auslösen. Dafür arbeitet die Forschungsabteilung von Toyota ohnehin schon an elektronischen Fahrhilfen, die Unfälle vermeiden sollen.

Toyota arbeitet an einem System, das eine automatische Bremsung auslöst, wenn Sensoren ein gefährliches Hindernis vor dem Wagen registrieren, der Fahrer aber unbeirrt aufs Gas tritt. In neuen Modellen will Toyota zudem ein Elektroniksystem einbauen, das den Motor abwürgt, wenn Brems- und Gaspedal gleichzeitig gedrückt werden. In den Forschungslabors in der japanischen Zentrale testet Toyota zudem verschiedene Pedalanordnungen und Designs. Zu den Ergebnissen will sich der Konzern laut Wall Street Journal aber nicht äußern.

Vor den Vorfällen mit Toyota-Autos standen die Pedalform und die Platzierung im Fußraum des Fahrers nicht im Fokus. Als Ende der achtziger Jahre die erwähnten Probleme mit Autos von Audi auftraten, veränderten einige Hersteller die Pedalsysteme ein wenig. Danach ließen Beschwerden über unbeabsichtigte Beschleunigung deutlich nach. Deshalb verfolgte die NHTSA die Entwicklung von Standards für Pedaldesigns nicht weiter, bis die Toyota-Unfälle die Sache jetzt wieder aufs Tapet brachten.

Wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten hatte Toyota weltweit mehr als acht Millionen Wagen zurückgerufen. Das Unternehmen musste zudem eine Strafe in den USA zahlen, weil es die Probleme nicht rechtzeitig gemeldet hatte. Neben dem unmittelbaren Schaden litt das Image des Herstellers, die Verkäufe brachen ein.