Fast jedes fünfte Auto, das auf deutschen Straßen unterwegs ist, hat gravierende Mängel. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) auf Grundlage von 1,9 Millionen Hauptuntersuchungen in der ersten Hälfte dieses Jahres. Demnach stellten die Prüfingenieure bei 18,5 Prozent der untersuchten Fahrzeuge erhebliche Mängel bis hin zur Verkehrsunsicherheit fest.

Lediglich 48,5 Prozent der von der GTÜ zwischen Januar und Juni geprüften Pkw seien ohne Beanstandung durch die Hauptuntersuchung gekommen, teilte die GTÜ in Stuttgart mit. Bei knapp 52 Prozent der untersuchten Fahrzeuge stellten die Prüfer Mängel fest. Der technische Zustand der meisten Fahrzeuge sei "besorgniserregend", hieß es.

Von den 42 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkw fahren laut GTÜ 6,3 Millionen mit mangelhafter Bremsanlage und 10,7 Millionen mit Mängeln an der Beleuchtung und Elektrik. Dieser Mängeltyp führt die Statistik klar an, wie die GTÜ weiter mitteilte. Danach folgen Mängel an den Bremsen, dann solche an Achsen, Rädern und Reifen.

Für "erschreckend schlecht" hält die GTÜ den technischen Zustand vieler älterer Autos. In der Gruppe der Pkw mit einem Alter über neun Jahre waren im ersten Halbjahr 70 Prozent der Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs. Zugleich beklagen die Prüfingenieure, dass der Überalterungstrend bei Fahrzeugen weiter anhalte: Im Durchschnitt seien die Autos heute mehr als acht Jahre alt, mehr als 20 Prozent der Pkw hätten sogar über zwölf Jahre auf dem Buckel.

Dabei nehmen die Mängel der Studie zufolge mit der Zeit dramatisch zu: Während die Prüfingenieure bei 100 Autos bis drei Jahre insgesamt 19 Mängel fanden, spürten sie in der Altersgruppe über neun Jahren 215 Mängel pro 100 Autos auf – mehr als das Elffache. GTÜ-Geschäftsführer Rainer de Biasi warnte: "Die Altfahrzeuge sind ein Gefahrenpotenzial für alle Verkehrsteilnehmer, das nicht unterschätzt werden darf." De Biasi kritisierte, dass notwendige Reparaturen häufig nicht durchgeführt würden. "Unsere Auswertungen ergaben ein Reparaturpotenzial von rund 40 Millionen Mängeln, davon allein circa 17 Millionen reparaturbedürftige Brems- und Beleuchtungsanlagen."