Luxus darf man vom Peugeot Ion nicht erwarten. Das Interieur wird von billig wirkenden Plastikflächen geprägt, die Sitze sind mäßig. Vier Erwachsene sollen Platz finden – und tun das auch, hinter aber nur mit wenig Kniefreiheit. Kein Wunder: Der Ion, den Peugeot in Europa bis 2015 insgesamt 50.000 Mal verkaufen will, ist das Schwestermodell des Mitsubishi i-MiEV, und der wiederum basiert auf dem Kleinstwagen Mitsubishi i.

Der i-MiEV zählt in Japan zu den sogenannten Kei-Cars, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten dürfen. Darum ist das Platzangebot auch im 3,48 Meter langen und ohne Außenspiegel nur 1,47 Meter breiten Peugeot Ion nicht gerade üppig. Der Wendekreis von nur neun Metern macht den Wagen aber gerade beim Rangieren und in engen Gässchen sehr flexibel.

Immerhin lässt sich der 168 Liter große Kofferraum durch Umklappen der Rücksitze erweitern. Auch die Ausstattung ist für einen Kleinstwagen nicht schlecht: Servolenkung, Nebelscheinwerfer, Tagfahrlicht, Zentralverriegelung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, ESP, sechs Airbags sowie ein CD-Radio mit Bluetooth und USB-Anschluss gehören zum Serienumfang. Ein abnehmbares Navigationssystem gibt es optional. Der Ion ist zwar sehr schmal und hochbeinig, doch durch den niedrigen Fahrzeugschwerpunkt werden selbst schnelle Kurven nicht zur kippeligen Angelegenheit. Das ESP greift ziemlich unsanft ins Geschehen ein, wenn der Bogen überspannt wird.

Das Spannende in dem Brot-und-Butter-Auto befindet sich ohnehin unter der Haube: ein Elektromotor, mit dem für Peugeot das Elektro-Zeitalter beginnt – zumindest der erste echte Schritt. Die Bedienung ist kinderleicht. Schlüssel umdrehen bis zum Piepston, Wahlhebel an der Mittelkonsole auf D stellen, schon kann es losgehen. Dass der Ion mit Strom fährt, merkt man im Cockpit nur an der Energieanzeige. Der Zeiger schlägt umso mehr nach rechts aus, je mehr Strom gerade verbraucht wird. Beim Bremsen und im Schubbetrieb wird durch Rekuperation wieder Energie zurückgewonnen.

Der Motor und das stufenlose Getriebe sind vor der Hinterachse platziert. Ein Wechselrichter wandelt die 330 Volt Gleichstrom aus der Antriebsbatterie in 330 Volt Drehstrom für den Elektromotor um. Die Lithium-Ionen-Batterie ist ebenfalls im Unterboden platziert und hat eine Kapazität von 16 Kilowattstunden. Der Peugeot-Stromer beschleunigt bis zu einem Tempo von rund 70 km/h ausgezeichnet und ist beim Zwischenspurt schneller als jeder Benzin-Kleinwagen, danach wird es etwas zäh. Doch selbst die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ist ohne großen Anlauf zu erreichen. Der Motor ist dann immer noch angenehm leise, allein die Windgeräusche stören.