Gerade einmal 2000 verkaufte Fahrzeuge: Das ist die Prognose für Lexus, die Edelmarke von Toyota, in Deutschland für dieses Jahr. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Dabei ist Lexus, in den USA überaus erfolgreich, seit mehr als zehn Jahren in Deutschland am Markt. Doch im nächsten Jahr hofft Lexus auf die Wende – und den Anstoß dazu soll der neue Lexus CT 200h geben, das erste Kompaktklassemodell der hochwertig orientierten Japaner.

Der sehenswerte, 4,32 Meter lange CT 200h soll finanzstarke Kompaktfans locken und Konkurrenzmodelle wie Audi A3, BMW 1er, Alfa Giulietta und Volvo C30 aufs Korn nehmen. Der Innenraum zeigt sich im bekannt wertigen Lexus-Look. Alles fasst sich prima an und sieht schmuck aus. Nur der klobige Controller für die Maus-Bedienung des Multifunktions-Bildschirms ist wohl kaum der Weisheit letzter Schluss. Eine exzellente Figur machen jedoch die ebenso weichen wie gut konturierten Sitze des neuen CT. Auch im Fond lässt es sich für zwei Personen gut aushalten. Der Kofferraum fasst 375 Liter, die sich durch Umklappen der Rückbank auf knapp 1000 Liter erweitern lassen. Für Sicherheit sorgen unter anderem LED-Tagfahrlicht, ESP, acht Airbags und ein intelligentes Unfallvorwarnsystem.

Als Joker hat der neue Einsteiger-Lexus einen zusätzlichen Elektromotor: Zum ersten Mal ist ein Fahrzeug in der Premium-Kompaktklasse mit Hybridtechnik unterwegs. Hier geben sonst drehmomentstarke Commonrail-Diesel und stark motorisierte Benziner den Ton an. "Der Supersportwagen LF-A war unser letztes Fahrzeug in konventioneller Bauweise – als reiner Benziner", erläutert der Chef von Lexus Deutschland, Ulrich Selzer. "Alle zukünftigen Lexus-Modelle werden Hybriden sein. Der CT 200h macht dabei den Anfang."

Für den ganz großen Schritt, um die europäische Konkurrenz richtig unter Druck zu setzen, hatte Lexus aber offenbar nicht den nötigen Mut. Der CT 200h ist beim Antrieb allzu eng mit dem Toyota Prius verwandt, mit dem er sich unter anderem Benzin- und Elektromotor sowie das stufenlose Automatik-Getriebe teilt. Das führt zu Entbehrungen beim dynamischen Vortrieb. Die Gesamtleistung des Vierzylinder-Reihenmotors und des Elektromoduls liegt gerade einmal bei 100 kW (136 PS). Das mag für die Volumen-Kompaktklasse ausreichen, doch um Premium-Kunden von Audi, BMW oder Mercedes zu Lexus zu locken, ist eine Motorvariante allein mit 136 PS und 180 km/h Spitze allzu wenig.

Dafür sichert der Antrieb einen Normverbrauch von gerade einmal 3,8 Litern Superkraftstoff auf 100 Kilometer zu. Zudem ist das Gewicht mit 1370 Kilogramm, trotz des vergleichsweise schweren Nickel-Metall-Hydrid-Akkus hinter der Rückbank, durchaus konkurrenzfähig. Punkten will der Lexus CT 200h bei potenziellen Kunden aber nicht nur mit seinem niedrigen Verbrauch, sondern auch mit jeder Menge Fahrspaß. Gerade hier glänzt der CT mit ausgefeilter Aerodynamik wie bisher kaum ein anderer Lexus. Die Lenkung ist direkt, die Abstimmung von Federn und Dämpfern vorbildlich und das Fahrverhalten alles andere als schwammig.