Ruhig geht es bei Christian Gusic zu – ja, geradezu lautlos. Und das nicht nur wegen der flüsterleisen Fahrzeuge, die Gusic in seinem Geschäft und draußen auf dem Parkplatz stehen hat. Bislang kann er in seiner Filiale der Kette "Lautlos durch Deutschland" nur wenige Kunden pro Tag begrüßen. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind zwar in aller Munde, doch die Verkäufe halten sich noch im Rahmen. "Die Leute interessieren sich vor allem für drei Dinge: Preis, Reichweite und Batterielebensdauer", berichtet Gusic. Diese Punkte schrecken derzeit Interessenten noch ab.

So steht Christian Gusic in seinem Geschäft in Ottobrunn bei München hinter seinem Tresen und arbeitet am Computer. Der Kraftfahrzeug-Ingenieur hat als selbständiger Konstrukteur in der Automobil- und Raumfahrtindustrie gearbeitet, bevor er ins Stromer-Geschäft einstieg. "Ich habe Fahrwerks- und Antriebsstränge für Le-Mans-Rennwagen entwickelt", erzählt er. "Irgendwann habe ich das aber im Kopf nicht mehr zusammengekriegt: Zuhause lebst du ökologisch, aber im Beruf konstruierst du Rennwagen." Mit seinem Elektroautohaus wolle er nun private Weltanschauung und Beruf verbinden.

Die Frage war dabei: Macht man alles allein oder wählt man eine Franchise-Lösung? "Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil man im Verbund einfach mehr Möglichkeiten hat", sagt Gusic. So habe er zum Beispiel weniger Aufwand bei der Homepage-Gestaltung oder bei Messeauftritten. 100.000 Euro habe er in sein Geschäft investiert. "Ich hoffe auf eine schwarze Null in drei Jahren und auf eine positive Gewinnentwicklung in vier bis fünf Jahren", so der Unternehmer.

Das Gros seiner Verkäufe wird Gusic mit elektrischen Zweirädern machen, bei denen eine spürbar wachsende Nachfrage zu verzeichnen ist. Die Palette reicht von Pedelecs, also Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung, über Roller wie den Innoscooter mit maximal 100 Kilometern Reichweite bis zum elektrischen Motorcross-Rad Quantya Strada, das 80 km/h schnell ist, 60 Kilometer weit kommt und stolze 10.160 Euro kostet. Im Angebot sind zudem Nachrüstsätze, mit denen man aus seinem Fahrrad ein Pedelec machen kann.

Bei den Elektroautos sind Gusics Absatzerwartungen indes zurückhaltend. Bislang hat er den German E Cars Stromos für 41.990 Euro und den Tazzari Zero für 23.900 Euro im Angebot. Beim Stromos handelt es sich um einen Suzuki Splash, der von einem deutschen Automobilzulieferer auf Elektroantrieb umgerüstet wird. Gusic geht davon aus, dass er in der Startphase "vielleicht drei oder vier" Stromos-Fahrzeuge pro Jahr verkaufen kann und ungefähr fünf Tazzari Zeros.