Auf den ersten Blick kann man die kleine Anzeige im Mazda CX-7 2.2 MZR-CD fast übersehen. Links über der Tankuhr leuchten vier kleine Quadrate auf, daneben steht ein Schriftzug, den viele Autofahrer höchstens einmal flüchtig gehört haben: AdBlue. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine chemische Lösung, die den Stickoxiden (NOx) im Abgas den Garaus macht.

Die Flüssigkeit befindet sich im japanischen Diesel-SUV in einem 15,5 Liter großen Tank unter der Gepäckraumabdeckung. Aus dem Behälter wird die AdBlue-Lösung mit einem Druck von fünf Bar in das Abgas gespritzt, nachdem dieses durch den Dieselpartikelfilter geströmt ist. AdBlue reagiert in den heißen Abgasen mit den NOx und spaltet sie in die harmlosen Bestandteile Stickstoff und Wasser auf.

Für den Fahrer läuft die Abgasreinigung mit AdBlue, die sogenannte selektive katalytische Reduktion (SCR), also völlig unbemerkt ab. Eine Füllung des Mazda-AdBlue-Tanks reicht unter normalen Bedingungen für mindestens 20.000 Kilometer, er wird bei Bedarf im Rahmen der normalen Inspektionsintervalle aufgefüllt.

Die Technik hat Mazda nicht exklusiv. Sie kommt – unter Bezeichnungen wie Bluetec oder Blue TDI – auch bei anderen Herstellern wie Mercedes, BMW, VW oder Audi zum Einsatz und bildet den Abschluss eines komplexen Systems zur Abgasnachbehandlung, inklusive Oxidationskatalysator und Partikelfilter. Audi zum Beispiel bietet auf dem US-Markt den Q7 mit AdBlue-Technologie an, kleinere Modelle wie der A3 2.0 TDI Clean Diesel erfüllen die Grenzwerte auch ohne SCR.

Den hübsch klingenden Namen – übrigens ein eingetragenes Markenzeichen des Verbandes der Automobilindustrie – wählte man wahrscheinlich, weil der Hauptbestandteil von AdBlue nicht sehr einladend klingt: Es handelt sich um eine wässrige Harnstofflösung. Mit Urin hat das freilich nichts zu tun, die Lösung ist nur eine Form, um den für die chemische Reaktion im Katalysator nötigen Ammoniak zu binden. Für die Umwelt oder den Menschen gilt die Chemikalie in handelsüblichen Mengen als unschädlich. Harnstoff ist wegen seiner rückfettenden Wirkung sogar in einigen Hautcremes enthalten.