Immer mehr Städte lassen Autos mit gelben und roten Umweltplaketten nicht mehr in ihre Zentren. Im kommenden Jahr werden weitere Umweltzonen eingerichtet oder bestehende Zufahrtsbeschränkungen verschärft, etwa in Düsseldorf, Leipzig, Bremen und Osnabrück. Damit wachsen die Probleme für manchen Autofahrer, der noch mit einem stinkenden Altdiesel unterwegs ist. Doch wer sich sputet, kann einen Rußfilter nachrüsten lassen und sich das vom Staat fördern lassen.

Allerdings ist Eile geboten: Die mit 330 Euro in bar geförderte Nachrüstung von Dieselfahrzeugen läuft zum Jahresende aus. Darauf weisen die Autoclubs hin. Der Einbautermin des Partikelfilters muss vor dem 31. Dezember liegen, Förderanträge können noch bis zum 15. Februar 2011 online beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht werden. Nachweis für den Einbau ist die entsprechende Eintragung des Filters im Fahrzeugschein durch die Zulassungsstelle.

Nach Bearbeitung des Antrags überweist das BAFA die 330 Euro aufs Konto. Die Auszahlung liegt zwar unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit – doch der Fördertopf ist noch lange nicht leer: Der Bund hatte rund 53 Millionen Euro bereitgestellt, das reicht für rund 160.000 Fahrzeuge. Beantragt wurde die Förderung nach Angaben eines BAFA-Sprechers bis Mittwochabend indes erst etwas über 105.000 Mal. In der Behörde geht man aber nicht davon aus, dass die Förderung über den Einbau-Stichtag 31. Dezember hinaus verlängert wird, falls dann noch Geld im Topf sein sollte. Zudem ist damit zu rechnen, dass bis zum Jahresende mehr Autofahrer für eine Nachrüstung in die Werkstätten fahren. Mit Werkstatt-Terminen könnte es also knapp werden.

Die Förderung gilt nicht nur für Pkw, sondern auch für Wohnmobile und Transporter bis 3,5 Tonnen. Damit kam der Gesetzgeber den Interessen von Mittelständlern und Handwerkern entgegen, die in den zahlreicher werdenden Umweltzonen unterwegs sein müssen. Eine wichtige Voraussetzung, um in den Genuss der Förderung zu gelangen: Der Pkw wurde vor dem 1. Januar 2007 erstmals zugelassen, für die leichten Nutzfahrzeuge muss die Erstzulassung vor dem 17. Dezember 2009 liegen.

In Frage kommen für die Förderung vor allem Dieselfahrzeuge, die noch unter die Abgasnormen Euro 3 oder D3 fallen und deshalb nur eine gelbe – oder gar eine rote – Plakette tragen. Darunter fallen etwa ein VW Golf TDI mit einer Erstzulassung vor Mitte 2005, ein rund zehn Jahre alter Opel Astra DI oder ein Ford Focus TDCi aus den Jahren 2003 bis 2005. Ob es für ein bestimmtes Modell einen Nachrüst-Rußfilter gibt, wissen Vertragshändler oder Rußfilter-Hersteller. Hilfe bietet auch eine Filter-Datenbank des Verkehrsclub Deutschland (VCD) und des Zentralverbands des Kfz-Gewerbes, die online erreichbar ist.

Mit dem Einbau des Filters ändert sich die grundlegende Abgasnorm nicht, aber wenn – je nach Fahrzeug und Filtersystem – eine bestimmte Partikelminderungsstufe erreicht wird, bekommt der bislang mit gelber Plakette fahrende Altdiesel einen grünen Kleber. Details dazu sind in Werkstätten zu erfahren. Je nach Fahrzeugtyp sinkt der Partikelausstoß um 30 bis 40 Prozent der Partikelmasse, erläutert der ADAC. Rußpartikel gelten als krebserregend und sollen zudem den Klimawandel verstärken.

Die Fördersumme von 330 Euro deckt die Kosten der Nachrüstung nicht komplett – je nach Fahrzeugtyp, Werkstatt und Filterhersteller schwanken die Kosten erheblich. Mit mindestens 600 Euro, ohne Einbaukosten, ist zu rechnen. Doch die Nachrüstung kann sich durchaus lohnen. Nicht nur, weil man auch in Zukunft noch in Innenstädte fahren kann, die womöglich schon bald für Autos mit gelber Plakette verschlossen bleiben. Für entsprechend nachgerüstete Diesel-Pkw fällt auch der bislang noch geltende Steuermalus weg: Für stinkende Diesel erhöht sich die jährliche Kfz-Steuer derzeit um 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum. Zudem erhöht sich der Wiederverkaufswert des Wagens.