In den USA sind die Genesis-Modelle von Hyundai schon erfolgreich. Jetzt will der koreanische Hersteller auch in Europa damit sein bisher eher biederes Image verbessern. Den Anfang macht ein Sportcoupé, das mit seinem Vorgänger – einem Coupé, das Hyundai hierzulande seit 2002 anbot und das nur einen überschaubaren Erfolg hatte – außer einiger optischer Ähnlichkeiten und dem Hyundai-Logo nicht mehr viel gemein hat. Das "alte" Coupé hatte zwar eine sportliche Schale, doch Antrieb und Fahrwerk entpuppten sich auf der Straße als eher brav. Selbst dem Sechszylinder ging spätestens bei 220 km/h die Puste aus – die 8,2 Sekunden, die er aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer brauchte, relativierten die Optik wieder.

Das Genesis Coupé dagegen sieht nicht nur aus wie ein Sportwagen, es ist auch einer. Die Version mit dem V6-Saugmotor holt 223 kW (303 PS) Leistung aus 3778 Kubikzentimeter Hubraum, wuchtet bis zu 361 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle und bringt das knapp 1,7 Tonnen schwere Coupé binnen 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h – mit Automatik sogar in 6,3 Sekunden. Bei 240 km/h regelt die Elektronik ab. Auch das Genesis Coupé mit Vierzylinder-Turbomotor liegt mit 157 kW (214 PS) und bis zu 302 Nm Drehmoment noch deutlich über seinem Vorgänger (105 kW, 143 PS).

Damit ist Hyundai in seinem Umfeld zwar nicht unbedingt Klassenbester, aber gut dabei. Das gilt vor allem für die Motorisierung mit dem V6. Der Nissan 370 Z zum Beispiel braucht – bei 25 PS mehr und 200 Kilogramm Gewicht weniger – für den Spurt von 0 auf 100 km/h 5,3 Sekunden, der Brera von Alfa Romeo bringt es mit seinem V6-Motor auf 260 PS und schafft den Spurt in 7,0 Sekunden. Beide liegen mit gut 38.000 Euro deutlich höher im Preis als der Genesis mit 34.990 Euro. Und sie spielen in genau der Liga, in der Hyundai künftig mit dem Genesis Coupé mitmischen will.

Optisch mithalten kann der Hyundai allemal. Er ist mit 4,63 Metern Länge deutlich gestreckter als sein Vorgänger und bietet bei einem Radstand von 2,82 Metern kurze Überhänge vorne und hinten. Die lange Motorhaube bestimmt die Seitenansicht, die durch eine abfallende Dachlinie und zwei markante Sicken optisch verlängert wird. Bullig wirkt der Wagen durch die 19-Zoll-Räder und die ausgestellten Kotflügel.

Innen bietet das Coupé gediegenes Sportwagen-Ambiente. Tacho und Drehzahlmesser, beides analog, hat der Fahrer gut im Blick. Auch die Knöpfe und Tasten sind übersichtlich, gut erreichbar und lassen sich intuitiv bedienen. Zumindest vorne ist üppig Platz vorhanden. Die körpergerechten Vordersitze lassen sich für Personen bis etwa 1,80 Meter Größe bequem einstellen. Das Lenkrad ist leider nur in der Neigung, nicht aber in der Tiefe einstellbar – gerade in einem Sportwagen wäre das wegen der üblicherweise größeren Nähe des Lenkrades zum Körper nötig.  

Die serienmäßig eingebauten Sportsitze dagegen passen: Sie sind straff gepolstert und dennoch auch auf langen Strecken bequem, und sie bieten selbst bei flotter Kurvenfahrt einen ausgezeichneten Seitenhalt. Die beiden hinteren Sitzplätze reichen allerdings trotz des langen Radstandes allenfalls für Kinder oder als zusätzliche Gepäckablage. Der Kopfraum ist – üblich bei Coupés – eher bescheiden. Und die Kopfstützen dort lassen sich erst gar nicht in der Höhe verstellen.