Auf die Nachfrage reagiert man in der BMW-Konzernzentrale verschnupft. Zeitungsberichte, wonach das für 2013 geplante elektrische Megacity Vehicle, seit Montag unter dem Namen i3 bekannt, ausschließlich über alternative Vertriebsmodelle unter die Leute gebracht werden solle, seien falsch, sagt ein Konzernsprecher. Selbstverständlich wolle man das Auto auch verkaufen und zu üblichen Leasingkonditionen anbieten.

Darüber hinaus – so viel Wahrheitsgehalt hatte der Pressebericht dann doch – denke BMW über andere Möglichkeiten nach, wie sich der elektrisch angetriebene Wagen und potenzielle Interessenten zusammenzubringen lassen. "Dabei haben wir natürlich auch Carsharing auf dem Radar", fügt der Sprecher hinzu. Konkreter wollen die Münchner noch nicht werden, schließlich gehen bis zum Start ihres ersten in Großserie gebauten Elektroautos, für das es eine eigene Marke unter dem Konzerndach geben wird, noch zwei Jahre ins Land.

Daimler ist da schon einige Schritte weiter. Mit Car2go bieten die Stuttgarter ein urbanes Mobilitätskonzept für ihren Zweisitzer Smart an – zumindest in Ulm und im texanischen Austin. Registrierte Nutzer können jederzeit auf freie Fahrzeuge der Car2go-Flotte zugreifen, die Autos für eine beliebige Zeit nutzen und auf einem beliebigen Parkplatz im Stadtgebiet abstellen, wenn sie das Auto nicht mehr brauchen. Abgerechnet wird – ähnlich wie bei Handytarifen – im Minutentakt. In diesem Frühjahr startet Car2go auch in Hamburg.

Kein Wunder: Trendforscher haben herausgefunden, dass das Auto nach und nach seine Rolle als Statussymbol verlieren wird. "Der Anteil der Kunden, die ein Auto selbst besitzen wollen, wird schrumpfen", sagt auch der Marketing-Direktor von Peugeot, Xavier Peugeot. Gefragt seien stattdessen flexible Lösungen für die individuellen Mobilitätsbedürfnisse. Die Franzosen haben deshalb in Paris, Berlin und an anderen Standorten einen Mietservice eröffnet, bei dem Kunden sich mal einen Motorroller, mal ein Cabrio oder auch einen Transporter holen können, mit dem sich ein Umzug stemmen lässt – eben ganz nach Bedarf.

Für die Autohändlerzunft dämmern also neue Zeiten heran – Alternativen zum klassischen Verkauf und den üblichen Leasingmodellen werden langsam en vogue. Umbrüche in der Gesellschaft und der technologische Wandel in der Automobilbranche werden "zu Veränderungen beim Kfz-Nachfrageverhalten führen", ist sich auch Ulrich Fromme, Vizepräsident im Zentralverband des deutschen Kfz-Gewerbes, sicher.