Hybridautos sind Bremsenergieverwertungsmaschinen. Beim Bremsen wird Energie in einer Batterie gespeichert, beim Beschleunigen treibt dieser Strom den Elektromotor an. Die Kombination aus Verbrennungs- und E-Motor erwirtschaftet also nur bei wechselnden Geschwindigkeiten, zum Beispiel im Stadt- und Pendelverkehr, einen Verbrauchsvorteil – bei konstanter Autobahngeschwindigkeit ergibt ein Hybridantrieb wenig Sinn.

Doch genau in den Fahrzeugklassen, die vorwiegend abseits von A7 und A2 gefahren werden, klafft im Angebot der deutschen Autobauer eine Lücke. In der Kompakt- und Kleinwagenklasse, gerne nach ihren Bestsellern Golf und Polo benannt, zeigen die hiesigen Hersteller auf dem in dieser Woche beginnenden Autosalon in Genf nichts Neues. Der Volkshybrid aus Deutschland fehlt.

Dafür steht er als Yaris Hybrid auf dem Stand des weltgrößten Autokonzerns Toyota. Noch ist er als Studie deklariert, aber der Bau ist beschlossen und ab 2012 soll der Verkauf beginnen. Sehr wahrscheinlich wird die endgültige Serienversion auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt im September zu sehen sein.

Erst dann werden alle technischen Daten im Detail veröffentlicht. Durchgesickert ist, dass der zur Poloklasse gehörende Yaris eine neu entwickelte Hybrideinheit haben wird, die wie bei Prius und Auris als sogenannter Vollhybrid funktioniert. Sie ist allerdings kleiner, kompakter und leichter. Der Motor wird 1,5 Liter Hubraum haben. Zu erwarten ist, dass der Yaris Hybrid die CO2-Emissionen und den Verbrauch des Prius – 89 Gramm CO2 pro Kilometer und 3,9 Liter Benzinverbrauch auf 100 Kilometer – unterbieten wird.

Dass die Autokäufer inzwischen den Reiz des Hybridantriebs erkannt haben, zeigt das Toyota-Kompaktmodell Auris. Innerhalb der Baureihe hat der Doppelmotor einen Anteil von fast 25 Prozent. Der Vorteil des Auris: Wo die Form des Prius bei dem einen Assoziationen von Fortschritt und Pioniergeist, beim anderen heftige Abstoßungsreaktionen hervorruft, bleibt er neutral. Ein wenig Schmerzen bereitet der Grundpreis, der beim Auris knapp 23.000 Euro beträgt und beim kommenden Yaris über dem des Mildhybriden Honda Jazz (knapp 19.000 Euro) liegen dürfte, also bei geschätzten 20.000 Euro.

Nicht weit kommt mit diesen Summen allerdings, wer unbedingt das Hybridauto eines deutschen Herstellers kaufen will. Allein der Aufpreis des Volkswagen Touareg Hybrid gegenüber dem Basisdiesel beträgt 25.000 Euro. Offenbar reichen den meisten Käufern die 176 kW (240 PS) des Selbstzünders: Keine fünf Prozent der Touareg-Kunden greifen zum Hybrid. Für VW ist das nur logisch, versteht man dort den Hybrid mit 245 kW (333 PS) doch als luxuriösen und leistungsstarken Ersatz für den alten V8-Benziner. Im Vergleich zu dem ist er sparsam. Der Testverbrauch von 14,6 Litern – von ZEIT ONLINE mit sanftem Gasfuß erfahren – mag ein relativ guter Wert sein, absolut gesehen ist er der ökonomische Grund für die geringen Absatzzahlen. Dabei tritt der Hybrideffekt auch hier ein: In der Stadt explodiert der Spritverbrauch nicht, wie es bisher bei schweren Geländewagen üblich war.