Der VCD lehnt Bestrebungen ab, Radfahrer zum Beispiel über eine Helmpflicht zu passiven Selbstschutzmaßnahmen zu verpflichten statt die Gefahrenquellen zu verringern. Eine Helmpflicht würde dazu führen, dass die Fahrradnutzung zugunsten des Autoverkehrs zurückgeht, wie auch der Blick ins Ausland zeige. Dies sei weder umwelt- noch gesundheitspolitisch zu verantworten. In der Dekra-Umfrage hatten 60 Prozent für die Einführung einer Helmpflicht plädiert, doch das Verkehrsministerium lehnt einen solchen Schritt ab.

Der VCD spricht sich vielmehr für Verkehrsstrukturen aus, die Unfälle gar nicht erst entstehen lassen, die menschliche Fehler tolerieren und die Verletzbarkeit des menschlichen Körpers als Maßstab haben. "Um das Unfallrisiko vor allem bei Fußgängern und Radfahrern zu senken, müssen wir vor allem über eine Regelgeschwindigkeit von Tempo 30 innerhalb geschlossener Ortschaften reden und dem gestiegenen Radverkehr mehr Raum geben", sagt VCD-Verkehrsreferentin Anja Hänel.

Laut Verkehrsminister Ramsauer wird das Radfahren unter anderem mit dem Bau von Radwegen mit rund 100 Millionen Euro pro Jahr gefördert. Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) fristet die Fahrradpolitik in Ramsauers Ministerium dagegen ein Nischendasein. Der CSU-Politiker müsse dafür sorgen, dass es bundesweit bessere Bedingungen gebe. Das betrifft nicht nur Radwege. Der Bund müsse sich vor allem der Sicherheit für die Radler annehmen, meint der Fahrradclub. So sollten Lastwagen eine Sensorik erhalten, um sie beim Abbiegen automatisch abzubremsen, wenn Menschen gefährdet werden.