Nein, er rechnet sich wirtschaftlich nicht. Zumindest in Deutschland. Zwar schwärmen die Ingenieure von Audi, der Q5 Hybrid vereine die Fahrleistungen eines Sechszylinders mit dem Verbrauch eines Vierzylinders. Doch für den Zeitraum, bis die 12.350 Euro Mehrpreis gegenüber dem Zweiliter-TFSI ohne elektrische Unterstützung an der Tankstelle rausgefahren sind, reicht ein Autoleben sicher nicht. Noch schlechter sieht der ökonomische Vergleich zum Diesel aus: Der Q5 3.0 TDI bringt ungefähr die gleiche Leistung wie das Gesamtpaket im Q5 Hybrid, die Spritkosten liegen ähnlich hoch – und der Diesel ist in der Anschaffung knapp 5.000 Euro günstiger. Nicht umsonst fahren rund 85 Prozent der 2010 in Deutschland verkauften Q5 mit Dieselmotor.

Autos mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektroantrieb wie der Audi-SUV-Hybrid und seine Verwandten von Mercedes-Benz, BMW, Porsche und VW sind denn auch weniger für den heimischen Markt gedacht als für die Wachstumsmärkte in Asien und den US-Markt. Dort spielt Diesel bei den Pkw so gut wie keine Rolle, selbst teure Imagekampagnen der deutschen Premiumhersteller haben ihn nicht etablieren können. Wer dort also umweltbewusster unterwegs sein will, ordert sich ein Auto mit Hybridmotor. Bislang war das allerdings kaum ein Modell von Audi – die Ingolstädter gerieten beim alternativen Antrieb in Rückstand. Während die Konkurrenz schon Serien-Hybride anbot, war die Volkswagen-Edelmarke noch nicht so weit. Jetzt ist auch Audi mit im Rennen.

Dabei unterscheidet sich der hybride Q5 optisch kaum von seinem herkömmlich motorisierten Bruder. Von außen ist der kombinierte Antrieb im 4,63 Meter langen 1,9-Tonner allenfalls an den seitlich und am Heck angebrachten "Hybrid"-Schriftzügen zu erkennen. Verräterisch sind zudem die Felgen im Turbinendesign, der schwarz lackierte Singleframe-Grill oder Chromblenden an den Endrohren. Und nur wer den Zentimeterstab anlegt, wird sehen, dass der Hybrid mit 1,63 Metern auch etwas niedriger auf der Straße steht als der reguläre Q5. Ein cw-Wert von 0,32 ist der Lohn dafür.

Innen hat sich ebenfalls wenig verändert: Auch in der Hybridversion bietet der Q5 bequeme Sitze, viel Platz vorn wie hinten und hochwertige Materialien und Verarbeitung. Wenn man auf dem Fahrersitz Platz nimmt und den Startknopf drückt, zeigen sich allerdings die Unterschiede. Statt eines Drehzahlmessers links vom Tacho findet sich dort ein "Powermeter", das in Prozenten Auskunft gibt, wie viel Leistung gerade abgerufen wird. Bei Vollgas geht der Zeiger bis in den Boost-Bereich jenseits der 100 Prozent, bergab liegt er unterhalb der 0 Prozent und zeigt somit an, dass Energie in den Akku zurückgespeist wird. Am besten ist man unterwegs, wenn sich der Zeiger im grünen Bereich bewegt: Dann wird der Q5 entweder komplett elektrisch gefahren oder zumindest spritsparend.

Über eine Taste im Armaturenbrett kann der Fahrer signalisieren, dass er bevorzugt elektrisch und ohne Verbrennungsmotor fahren möchte. Bei konstant 60 Stundenkilometern seien dann rund drei Kilometer Reichweite drin, erläutert Audi – dann muss der Benziner wieder die Arbeit übernehmen. Rein elektrisch lässt sich der SUV gar bis zu einem Tempo von 100 km/h fahren. Eine erste Ausfahrt zeigt denn auch, dass der Q5 Hybrid nach dem Start zumindest eine Weile elektrisch unterwegs ist, solange der Gasfuß gefühlvoll aufs Pedal tritt und man den Prozentzeiger auch beim Beschleunigen im grünen Bereich hält. Vom ersten Eindruck her hält es der Audi-Hybrid-SUV jedenfalls deutlich länger als Elektroauto aus als die meisten seiner Kollegen.

Die meisten aktuellen Hybridmodelle schleppen herkömmliche Nickel-Metallhybrid-Batterien mit sich herum. Im Q5 Hybrid speichern dagegen effizientere und leichtere Lithium-Ionen-Akkus den Strom. Der 36,7 Kilo schwere Akku liefert bei 266 Volt Spannung eine nominale Energie von 1,3 kWh. Audi hat den luftgekühlten Akku crashsicher unterhalb des Ladebodens im Heck platziert. Dadurch ist der Laderaum praktisch kaum reduziert. Es fallen nur die 80 Liter weg, die der normale Q5 im Staufach unter dem Ladeboden bietet. Übrig bleibt in der Hybrid-Version der Kofferraum von 460 Litern, der sich durch das Umlegen der Rückbank auf 1.480 Liter erweitern lässt.