Wer aber soll ein Auto kaufen, das so viel Geld kostet, dabei das Format und den Kofferraum (BMW zufolge fasst er etwa 200 Liter) eines Kleinwagens hat, das alles verbunden mit der beschränkten Reichweite von 130 bis 160 Kilometern? Zuerst natürlich alle, die zuversichtlich sind, dass Elektromobilität in den Metropolen dieser Welt keine Einschränkung, sondern ein Gewinn ist. Sobald Megastädte wie Shanghai oder Los Angeles Privilegien für Stromfahrzeuge oder sogar Verbotszonen für konventionelle Autos einführen, wird das ein Kaufanreiz.

In Deutschland werden sich wohlhabende Zweitwagenkäufer für den i3 interessieren, die vielleicht schon einen BMW 5er touring in der Garage stehen haben. Wenn es auf Euro und Cent nicht ankommt, ist ein Elektroauto eben eine komfortable und praktische Sache. Die traditionelle Kundschaft der Bayern wird am i3 auch den vom Aussterben bedrohten Heckantrieb und die hohe Leistung schätzen: 125 kW (170 PS) und 250 Newtonmeter Drehmoment schieben den Kleinen in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Bei 150 km/h wird abgeriegelt.

Alternative Geschäftsmodelle

Gleichzeitig wird BMW versuchen, den i3 nicht nur zu verkaufen. Alternative Geschäftsmodelle müssen her. Deutschland ist das einzige große Industrieland, das keine direkten Subventionen an Käufer von Elektroautos zahlt. Um hier einen Fuß in die Tür zu bekommen, sind unter anderem Carsharing -Modelle zu erwarten. Zum Beispiel für die Generation iPhone, die bereits im ICE nach Berlin über eine App den i3 buchen könnte, um später damit durch die Hauptstadt zu kreuzen.

Zur Beruhigung der Volksseele kündigt BMW zusätzlich eine Version mit Range Extender an. Dieser Reichweitenverlängerer, dem BMW den Hundenamen REx als Kürzel mitgibt, ist ein kleiner Verbrennungsmotor, der die Batterie lädt. So vergrößert er den Einsatzradius, auch falls gerade keine Steckdose verfügbar ist.