Akkus sind als Stromlieferant für den Motor ein wichtiger Bestandteil von Elektroautos. Auch wenn sie nach längerem Gebrauch im Fahrzeug nicht mehr leistungsfähig genug für einen Einsatz dort sind, verfügen sie noch immer über genug Speicherkapazität. Diese könnte dann in anderen Bereichen noch genutzt werden. Deshalb machen sich Hersteller von Elektrofahrzeugen Gedanken über ein Akkuleben nach dem Auto.

Der US-Autoproduzent General Motors (GM) hat zusammen mit dem Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB eine Lösung entwickelt : Fünf bis zehn gebrauchte Akkus des GM-Hybridfahrzeugs Chevrolet Volt werden mit einem Wechselrichter ausgestattet und zu einem Stromspeicher zusammengefasst. Energieversorger sollen solche Speichersysteme nutzen, um Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne zwischenzuspeichern. 33 gebrauchte Akkus sollen laut GM ausreichen, um 50 Haushalte etwa vier Stunden lang mit Strom zu versorgen.

Der japanische Autohersteller Nissan will derweil die gebrauchten Akkus aus seinem Elektroauto Leaf in umweltfreundliche Ladestationen für Elektroautos integrieren. Die Stationen werden mit Solarstrom betrieben, der in den Batterien gespeichert wird. Diese sind so auch nachts betriebsbereit. Eine erste Anlage hat das Unternehmen kürzlich an seinem Hauptsitz in Yokohama in Betrieb genommen , eine weitere entsteht auf dem Gelände des US-Hauptquartiers in Franklin im Bundesstaat Tennessee.

Eine Wiederverwendung wirft allerdings einige Fragen auf – beispielsweise die nach der Lebensdauer. GM glaubt, dass ein Akku erst gut ein Viertel seiner Lebensdauer hinter sich hat, wenn er aus dem Auto ausgebaut wird. Das US-Unternehmen geht davon aus, dass ein Energieversorger ihn noch gut 15 Jahre lang einsetzen kann. Das wollen GM und ABB nun anhand eines Prototyps testen.

Eine andere Frage ist die nach dem Eigentum an dem Akku: Soll der Hersteller den gebrauchten Akku vom Autobesitzer zurückkaufen? Oder soll er das Eigentum daran gar nicht erst aufgeben und den Akku nicht verkaufen, sondern verleasen , wie es etwa das Konzept des US-Unternehmens Better Place vorsieht?

Eine Studie aus dem Jahr 2009 kam zu dem Schluss, dass das Akku-Leasing zu einem Erfolg von Elektroautos beitragen könnte. Akkus sind teuer und treiben den Preis für Elektroautos nach oben. Über ein kilometerbasiertes Abrechnungsmodell könne der Preis so gesenkt werden, dass das Elektroauto preislich mit solchen mit Verbrennungsmotor konkurrieren könnte.

Erschienen bei Golem.de