Mit dem Superb bietet Škoda in der Mittelklasse eine Limousine mit viel Platz. Die Passagiere sitzen nicht nur bequem, sondern sie bekommen auch, was Autos jenseits von Rolls Royce und Maybach selten bieten: serienmäßig Fußstützen im Fond. Der Tscheche aus dem VW-Konzern beruht technisch zwar nach wie vor auf dem Passat der Wolfsburger Muttermarke, knüpft aber an eine lange Tradition als Chauffeurlimousine an: Fahrer vorne, Chef hinten hinter dem Beifahrersitz.

Dass so viel Großzügigkeit durchaus auch bei den hiesigen Selbstfahrer-Kunden ankommt, zeigen die Zulassungszahlen. Im vergangenen Jahr wurde der Škoda Superb 15.450 Mal in Deutschland angemeldet, die meisten davon (11.318) mit Dieselmotor. Ein gutes Argument für den Superb ist neben dem opulenten Platzangebot und einer erstklassigen Verarbeitung sicher auch der Preis. Der Einstieg liegt bereits bei 23.250 Euro für den 1.4-TSI-Benziner mit 92 kW (125 PS).

Die gefragten Diesel fangen bei 24.450 Euro an. Dafür gibt es einen 1,6 Liter großen Common-Rail-Motor mit 77 kW (105 PS) und einem maximalen Drehmoment von 250 Nm. Wer noch einmal 2.300 Euro drauf legt, bekommt ihn als verbrauchsoptimierte GreenLine-Version. Das heißt auf dem Papier: Bei nahezu gleicher Fahrleistung schluckt er nur 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer statt der 5,0 Liter, die Škoda für den normalen Diesel verspricht.

Der geringere Verbrauch entspricht einem CO2-Ausstoß von 114 Gramm je Kilometer – und das für eine Mittelklasselimousine mit einem zulässigen Gesamtgewicht von knapp 2,1 Tonnen und einer Länge von fast fünf Metern. Die meisten Kompakt- und Kleinwagen kommen nicht auf diesen Verbrauch. In der Realität liegt er natürlich auch beim GreenLine-Superb über diesem Normwert. Bei unserer ersten Ausfahrt rechnete der Bordcomputer knappe fünf Liter hoch. Aber auch das ist ein sehr guter Wert.

Wenig Fahrspaß außerorts

"Grüner" wird der Superb durch eine Reihe von Optimierungen. Dazu zählen neben dem verbrauchsoptimierten Dieselmotor eine Start-Stopp-Automatik, die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen (Rekuperation), Reifen mit reduziertem Rollwiderstand und aerodynamische Verbesserungen an Karosserie und Unterboden. Zudem wurde das Fahrwerk tiefergelegt, und im Tacho gibt der Wagen dem Fahrer Schaltempfehlungen für sparsameres Fahren. Der Superb überzeugt unter ökologischen Gesichtspunkten ganz offensichtlich: Der ADAC verlieh dem Superb Combi GreenLine beim EcoTest fünf Sterne und mit 93 Punkten das zweitbeste Ergebnis überhaupt.

Fahren lässt sich der Superb mit dem 1.6-TDI-Triebwerk und seiner manuellen Fünfgang-Schaltung ganz passabel – solange man in der Stadt unterwegs ist. Die Start-Stopp-Automatik reagiert präzise und zuverlässig. Sie drückt den Spritverbrauch auch offenkundig. Innerorts verringert sich beim GreenLine der Normverbrauch gegenüber dem normalen Superb sogar um 0,8 Liter – kombiniert (inner- und außerorts) um 0,6 Liter. Auch mit dem Verkehr mitzuhalten ist in der Stadt kaum ein Problem.

Anders sieht es aus, sobald man das Ortsschild hinter sich gelassen hat. Denn die Beschleunigung des Superb mit Kompaktklasse-Motor ist eher behäbig. Von 0 auf 100 km/h in 12,5 Sekunden ist für eine Limousine dieser Größenordnung ungewohnt. Überholvorgänge dehnen sich denn auch wie Kaugummi. Allerdings: Es ist nicht das GreenLine-Paket, das die Fahrt im großen Škoda Superb zum wenig prickelnden Erlebnis macht – auch die normale 105-PS-Limousine hat nicht mehr Schwung.

Wer also vor allem weniger umweltschädlich unterwegs sein will und das mit viel Platz im Fahrgastraum, der mag sich vernunftmäßig mit dem Škoda Superb GreenLine arrangieren. Erst recht, wer eine große Limousine mit dem Verbrauch eines Kleinwagens fahren will. Fahrer, die jedoch Fahrspaß haben wollen, sind zumindest beim Superb mit einer stärkeren Motorisierung deutlich besser beraten.