Das Fahrwerk ist auf Comfort Plus eingestellt, der Tempomat auf 130 km/h. Jetzt dreht sich die Kurbelwelle des Dieselmotors nur 2.100-mal pro Minute, denn im BMW 520d Efficient Dynamics mit der Zusatzbezeichnung "Edition" ist das Getriebe besonders lang übersetzt. Es ist sehr leise in der Limousine. Sie schlüpft mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 durch den Wind, das Auto folgt präzise jeder Lenkbewegung.

Besonders gefällig ist der Verbrauch. ZEIT ONLINE tankte im Durchschnitt 5,2 Liter Diesel. Das ist zwar mehr, als der Laborwert im Prospekt verspricht (4,5 Liter), aber immer noch auf dem Niveau eines Kleinwagens. Die realen CO2-Emissionen von 138 Gramm pro Kilometer übertreffen die eines früher gefahrenen Kia Picanto (132 Gramm oder 5,6 Liter Benzin) nur knapp.

Bei der Messung des Dieselkonsums hat sich ZEIT ONLINE allerdings auf eine Fahrweise eingelassen, die fast experimentellen Charakter hat: Alle Tempolimits wurden konsequent eingehalten. Es wurde also diszipliniert unterlassen, innerorts statt 50 gern 65 km/h zu fahren oder auf Autobahnen zu jeder Begrenzung großzügig 20 km/h zu addieren. Auf den wenigen Teilstücken ohne Tempolimit zwischen Hamburg, Hannover und Berlin konnte wegen der hohen Verkehrsdichte und des nebligen Novemberwetters ohnehin nur selten schneller als 160 km/h gefahren werden. Richtgeschwindigkeit reicht und schont die Nerven.

Deutliche Steuervorteile im europäischen Ausland

In der Stadt ist das Vergnügen mit dem 5er allerdings eingeschränkt. Ein Automatikgetriebe gibt es, anders als im gerade vorgestellten 320 EDE, nicht, und die exakte Lenkung lässt zwar eine genaue Steuerung zu, kann die Außenmaße von 4,90 Metern Länge und 1,86 Metern Breite aber nicht verändern. Zum Vergleich: Eine Mercedes S-Klasse vom Typ W126 aus den achtziger Jahren war 1,82 Meter breit. Für enge Seitenstraßen und schmale Parkplätze ist der 5er BMW einfach nicht gemacht.

Für deutsche Käufer zahlt sich die "Edition"-Version also vor allem dank seines angenehmen Fahrkomforts auf Land- und Bundesstraßen sowie Autobahnen aus. Ein finanzieller Vorteil hingegen lässt sich in Deutschland kaum herausfahren. Zwar enthält die Kfz-Steuer einen CO2-Anteil, doch der bringt dem Halter eines 520d EDE lediglich zehn Euro pro Jahr im Vergleich zum gewöhnlichen 520d ein. Der Mehrpreis von 550 Euro (40.950 Euro statt 40.400 Euro in der Grundausstattung) lässt sich damit nicht kompensieren, und auch über den etwas niedrigeren Verbrauch dürfte das nur Vielfahrern gelingen.

Anders sieht das für Käufer in einigen europäischen Nachbarländern aus. Sie erzielen mit der "Edition"-Version des Fünfers einen finanziellen, weil steuerlichen Vorteil. In dieser Ausfertigung unterbietet der Wagen mit 119 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer (Norm) knapp die 120-Gramm-Marke. Bei einem Geschäftskunden in Großbritannien etwa kommen so bei dreijährigem Leasing durchschnittlich 1,2 Prozent des Listenpreises oder rund 500 Euro zusammen. In Spanien spart der Kunde die Zulassungssteuer in Höhe von 4,75 Prozent des Listenpreises, also ungefähr 2.000 Euro.