Die Zylinderabschaltung kehrt zurück. Schon in den achtziger und neunziger Jahren wollten gerade Hersteller von Luxusautos mit der temporären Reduzierung der Zylinderzahl den Durst ihrer großvolumigen Motoren in den Griff bekommen. Prominenteste Modelle mit Zylinderabschaltung waren die Mercedes S-Klasse oder die großen 7er- und 8er-Modellreihen von BMW.

Von den deutschen Herstellern hielt einzig Mercedes lange Zeit an der Zylinderabschaltung fest; in den USA war und ist die Technik deutlich weiter verbreitet, etwa in den Achtzylindermodellen der Chrysler-Gruppe. Doch jetzt entdecken auch hiesige Autobauer die vorübergehenden Pausen für einzelne Brennkammern wieder. Mercedes, Audi und Volkswagen wollen so die Verbrauchswerte senken.

Dabei ist der Nutzen nicht unumstritten. Es gibt einige Motorenentwickler, die die Einsparungen im Verhältnis zum großen Aufwand am Triebwerk für zu gering halten. Zudem wagten Autohersteller bislang den Schritt eher zögerlich aus Rücksicht auf die Kunden. Viele, die sich für einen PS-starken Antrieb mit acht Zylindern entschieden, wollten diese Kraft auch ständig zur Verfügung wissen: Wenn schon Achtzylinder, dann auch immer mit vollem Klang und voller Leistung – egal ob benötigt oder nicht.

Ventile geschlossen, Verbrauch gesenkt

Doch inzwischen scheint Effizienz hoffähig geworden zu sein. Mit neuem Selbstbewusstsein machen die Hersteller die neuen Zylinderabschaltungen auch dem Fahrer im Cockpit deutlich: In der Instrumententafel wird angezeigt, wenn nur noch ein Teil des Motors arbeitet.

Audi bringt die Zylinderabschaltung in der neuen Generation des S8, der im Frühjahr 2012 auf den Markt kommt. Der alte S8 war noch mit einem Zehnzylinder-Motor mit 5,2 Litern Hubraum ausgestattet; ihn ersetzt nun ein Triebwerk mit acht Brennkammern und nur vier Litern Volumen. Das neue Aggregat leistet 382 kW (520 PS), der Normverbrauch sank von 13,2 Litern je 100 Kilometer auf 10,2 Liter. Auch die kleineren Modelle S6 und S7 erhalten den neuen Achtzylinder-Motor, wobei die Leistung auf 309 kW (420 PS) reduziert ist.

Das Interessante an dem neuen Motor ist aber, was Audi selbst als "Cylinder on demand" – also Zylinder auf Nachfrage – bezeichnet: der mechanische Eingriff, der die Ventile bestimmter Zylinder schließt und diese damit zeitweilig in den Ruhestand versetzt. Im sogenannten Teillastbetrieb, beispielsweise bei einer gemütlichen Autobahnfahrt, arbeiten nur die Brennkammern eins, vier, sechs und sieben. Das drückt den Verbrauch auf unter zehn Liter pro 100 Kilometer.