In Deutschland muss ein Kompaktklässler ein steiles Heck mit einer großen Klappe haben. Sonst verkauft er sich nicht. Das musste zuletzt Dacia erfahren. Nach etlichen zähen Jahren nahm die rumänische Renault-Sparte den Logan-Stufenheck vom deutschen Markt. Ihn gibt es jetzt nur noch als Kombi.

In Spanien und vielen weiteren Ländern rund ums Mittelmeer liebt die Kundschaft dagegen die Kompaktklässler mit der limousinenartigen Anmutung, die den gediegenen Charme der höheren Klassen bei den kleineren Fahrzeugtypen verbreiten. In Südeuropa werden diese Wagen gern als Taxi genommen. Vorausgesetzt sie haben Platz für fünf Personen und einen großen Kofferraum.

Seat ist mit diesen Tugenden immer gut gefahren. Seit 1991 wurde die Baureihe Toledo aus der unteren Mittelklasse erfolgreich angeboten. Bis auf die letzte Generation: Von 2005 an wurde der Toledo auf Basis des Altea mit einem unansehnlichen Buckel am Heck gebaut. 2009 wurde die Baureihe eingestellt und das Feld der Konkurrenz überlassen, etwa dem Fiat Linea – einer Stufenheckausführung des Punto – oder der Chevrolet Aveo Limousine.

Übersichtliches Cockpit

Nach einer dreijährigen Pause macht Seat jetzt einen neuen Anfang. Der Toledo des Jahres 2012 hat die bewährte Dachlinie mit dem Stufenheck. Allerdings verläuft die Oberkante der Heckklappe, zunächst kaum zu erkennen, oberhalb der Scheibe. Damit öffnet sich die Klappe sehr weit und macht das Be- und Entladen in den beeindruckend großen Gepäckraum mit 550 Litern Volumen bequem.

Design und Aussehen teilt sich der fast 4,50 Meter lange Seat Toledo mit seinem Zwilling Škoda Rapid . Beide bringen auch jeweils 1.140 Kilogramm auf die Waage. Der Seat ist aber mit seinen scharfkantigen Scheinwerfern und den trapezförmigen Lufteinlässen eine Spur schicker und moderner.

Im Innenraum empfängt den Fahrer wohltuende Sachlichkeit. Der Platz des Fahrers ist übersichtlich, alle Knöpfe sind gut erreichbar. Die zweifarbigen Kunststoffteile wirken allerdings nicht sehr edel. Die Sitze sind bequem, bieten aber wenig Seitenhalt. Die Lenkung ist direkt und die Federung ist straff – hier legten die Entwickler Wert auf ein gutes Handling.

Als Einstiegsmotor bietet Seat einen Saugmotor mit 55 kW (70 PS) an. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der Toledo mit dem Dreizylinder 13,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h. Alle anderen angebotenen Motoren arbeiten mit Turbounterstützung. Das stärkste Triebwerk, 1.4 TSI, leistet 90 kW (122 PS) und ist mit DSG-Getriebe erhältlich. So ausgestattet beschleunigt der Toledo in 9,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h. Dabei verbraucht er mit 5,8 Litern Super pro 100 Kilometer weniger als die kleine 70-PS-Maschine.

Der sparsamste Benziner ist der 1.2 TSI Eco mit 77 kW (105 PS) und Sechsgang-Schaltgetriebe. Er verbraucht dank Start-Stopp-System und Rekuperation nur 5,0 Liter Super auf 100 Kilometer. Bei den Dieselmotoren verbraucht der 1.6 TDI mit 77 kW (105 PS) und Fünfgang-Schaltung mit 4,0 Litern je 100 Kilometer am wenigsten. Bedauerlich ist, dass es das gute Doppelkupplungs-Getriebe nur in dieser einen Motorenkombination gibt.

Seat stellt den neuen Toledo Ende des Monats auf dem Pariser Autosalon vor, Anfang 2013 kommt das Modell in Deutschland auf den Markt. Über genaue Preise und Ausstattungen hat man bei Seat noch nichts verlauten lassen. Der Einstiegspreis soll bei 13.900 Euro liegen.