Dass Kondensatoren tatsächlich beim Sparen helfen, haben sie anderswo längst bewiesen. Zu den spektakulärsten Beispielen zählen die 17 Busse auf drei Linien in der chinesischen Metropole Shanghai . Der US-Fahrzeughersteller Sinautec hat dafür zusammen mit dem chinesischen Partner Shanghai Aowei Technology Department sämtliche Haltestellen entlang der Strecken in Ladestationen verwandelt.

Die Busse fahren an den Haltestellen Stromabnehmer aus, die sich dort mit einer Oberleitung verbinden. Während die Passagiere aus- und einsteigen lädt der Bus seine Kondensatoren, die im doppelten Boden untergebracht sind. Schon nach 30 Sekunden haben sie genug Strom für die nächsten acht Kilometer Fahrt an Bord. Die Bilanz des Betreibers: Die Busse verursachen nur ein Zehntel der Energiekosten eines Dieselbusses.

Auch der Münchner Bushersteller MAN setzt auf Kondensatoren – bietet seinen Hybridstadtbus namens Lion's City Hybrid jedoch mit Diesel- und Elektromotor an. Bremst der Fahrer, laden sich die Kondensatoren auf dem Dach auf. Mit deren Energie kann der Bus elektrisch von jeder Haltestelle losfahren. Erst nach etwa 500 Metern schaltet sich der Dieselantrieb hinzu.

Die Treibstoffersparnis im Test in München und Nürnberg ist mit bis zu 30 Prozent so groß, dass der MAN-Hybridbus in Serie geht. "Bei diesen Anwendungen wird es jedoch nicht bleiben", sagt Ingenieur Göschel. Neben Autos und Bussen profitieren auch andere Technologien von den Supercaps: In Windrädern speichern sie elektrische Energie, um die Rotorblätter auch ohne Wind für das erneute Anfahren in die beste Position zu stellen. In Smartphones der nächsten Generation beschleunigen sie das Surfen im Internet. Bei Gabelstaplern wiederum senken sie in Verbindung mit Dieselantrieben den Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent. Die Bremsenergie fließt in die Supercaps, die Energie in einen Elektroantrieb abgeben.

Und die beste Zeit der Superkondensatoren kommt laut Göschel erst noch, dann nämlich, wenn in zwei Jahren die nächste Generation noch leistungsfähigerer Stromspeicher auf den Markt kommt: Dann fahren die Autos mit den Kondensatoren kleine Strecken rein elektrisch: eine ideale Basis für einen kostengünstigen Hybridantrieb.

Erschienen in der Wirtschaftswoche