Mitarbeiter sollen sie motivieren, und den Chef kosten sie oft noch nicht einmal viel: Dienstwagen gehören zu den klassischen Zusatzleistungen für Beschäftigte. Unterhalb der Vorstandsetagen ist die Zeit teurer Luxuslimousinen allerdings vorbei: Großzügige Statussymbole für mittlere Angestellte gibt es kaum noch, und Arbeitnehmer müssen sich stärker als früher an der Anschaffung eines Dienstwagens beteiligen.

Dabei gilt es, genau nachzurechnen. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler (BdSt) in Berlin kann der Umstieg auf einen Dienstwagen künftig attraktiver werden: Denn wird die Pendlerpauschale wie geplant erst für Entfernungen ab mehr als 20 Kilometern zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gewährt, sinken für viele Arbeitnehmer die Werbungskosten, die sie für Fahrten mit dem Privatwagen bei der Steuer geltend machen können. Viele Angestellte können sich diese Frage heute aber möglicherweise gar nicht mehr stellen.

"Dienstwagen sind heute eher nur noch ein Spiel der oberen Klassen", sagt Karrierecoach Madeleine Leitner aus München. Viele Zusatzleistungen, die bis vor einigen Jahren noch "sportlich" vergeben wurden, würden heute spärlicher bemessen. "Früher gab es auch für den normalen Ingenieur mal einen Porsche dazu. Da ist abgebaut worden." Zwar sind Dienstwagen-Programme laut einer Befragung der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers in Frankfurt/Main in deutschen Unternehmen immer noch weit verbreitet. Vor allem große Unternehmen, die im DAX oder MDAX notiert sind, bieten höheren Angestellten Dienstwagen an, so das Fazit der Erhebung aus dem Jahr 2004, für die mehr als 300 Firmen befragt wurden.

Neben den Chefs sind aber auch die Mitarbeiter offenbar zögerlicher geworden. "Manchmal floppen Dienstwagen-Programme in Unternehmen sogar, weil Mitarbeiter das Angebot gar nicht annehmen", sagt Michael Bursee, Vergütungsexperte bei Pricewaterhouse Coopers. Das liege vor allem daran, dass die Firmen zunehmend so genannte Gehaltsumwandlungsmodelle anbieten. Denn meist bekämen Mitarbeiter den Wagen nur in den "oberen Etagen" zusätzlich zum Gehalt. "Bei den Ebenen darunter ist es meist so geregelt, dass der Mitarbeiter auf einen Teil seines Gehalts verzichtet, mit dem die Leasingrate finanziert wird", sagt Bursee.

Dabei ist der zu entrichtende Eigenanteil laut Bursee heute aber oft so hoch, dass Mitarbeiter sich fragten, was sie davon haben, das Angebot in Anspruch zu nehmen. Wer vom Arbeitgeber eine Finanzierung angeboten bekommt, kann heute allerdings in der Regel abseits von Hierarchiedünkel auswählen: "Es ist nicht mehr unbedingt so, dass Mitarbeiter kein größeres Auto fahren dürfen als der Chef. Wer seine Gehaltsumwandlung für einen dicken BMW einsetzen will, kann das tun", sagt Bursee. "Auch wenn der Chef nur einen Golf genommen hat." D