Wenn am 11. November ab 11:00 Uhr im Petersen Automotive Museum in Los Angeles der Auktionshammer fällt, werden illustre Gäste erwartet. Neben George Clooney haben noch andere Showbiz-Größen ihr Kommen angekündigt. Der Grund: Das Auktionshaus Bonhams & Butterfields bietet insgesamt 216 Stücke aus dem gewaltigen Nachlass der 1980 verstorbenen Legende Steve McQueen an.

Für Motorradfans und Bieter in der Preisklasse von Clooney sind neben Devotionalien wie der Barbour-Motorradjacke McQueens vor allem die drei Katalogstücke 175, 176 und 177 interessant: zwei Indian-Motorräder aus den Jahren 1920 und 1934 sowie eine Harley von 1929. Von der 1920er Indian Powerplus ‘Daytona’, einer frühen Rennmaschine im Originalzustand, erwartet Bonhams & Butterfields einen nicht geringen Erlös. Im Katalog, der auch online zu begutachten ist, wird der Zuschlag zwischen 60.000 und 90.000 USD erwartet.

Was macht neben dem nackten Sammlertrieb den Reiz aus, ausgerechnet ein Motorrad von Steve McQueen zu erwerben? Die Symbolik, die die mit dem Namen McQueen untrennbar verknüpft ist. Die Message: Ich bin euer Star, aber ich gehöre euch nicht. Wie kein anderer Hollywood-Star der 60er Jahre trieb er mit seinen Gagen und Allüren Studiobosse und Regisseure in die Verzweiflung. Doch zu welchem Preis? Die Ikone, die ihren Marktwert in wenigen Jahren auf mehrere Millionen Dollar pro Film schraubte, war ein verwirrter Geist, der nach ersten erfolgreichen Jahren in einem Rausch aus Bier, Kokain und Sex versank.

"Es gab mindestens drei konkurrierende Charaktere, die McQueen ausmachten: Der erste Steve war ein guter Familienvater und Kumpel, der zweite ein besorgniserregender Psychopath und der dritte ein ernsthafter und ambitionierter Schauspieler", schreibt der Autor Christopher Sandford, der die beste McQueen-Biografie veröffentlicht hat. Dass die drei Charaktere so lange eine mehr oder weniger akzeptable Koexistenz führen konnten, ist dem vierten Steve McQueen zu verdanken - dem Rennfahrer und Biker.

Die Momente hinter dem Lenker - seine Auszeiten, in denen er sich auf der Maschine nicht den "Fucking Suits" aus Hollywood unterordnen musste - waren die Betablocker für McQueens latenten Wahnsinn. "Fahren gibt mir eine neue Identität", bemerkte McQueen in einem Interview. "Ich bin dann nicht mehr der Schauspieler, sondern ein Kerl, der sich im Rennen mit anderen misst. Und das ist wichtig. Ich brauchte diese zweite Identität."