Manchmal brauchen Autofahrer einfach Geduld: Um entspannt und zügig ans Ziel zu kommen, ist es oft besser, einen Stau einfach auszusitzen als ihn zu umfahren. "Der Geduldige, der im Stau wartet, gewinnt oft mehr, als derjenige, der versucht, den Stau zum Beispiel mit Hilfe des Navigationsgerätes zu umfahren", erläutert Alfred Fuhr, Verkehrssoziologe des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main.

Bei der Umfahrung habe man zwar das Gefühl weiterzukommen - was aber auf der Autobahn nach dem Ende einer Stauung durch die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten mehr als ausgeglichen wird. Hinzu kommt laut Fuhr noch ein Grundproblem vieler ausgeschilderter Umleitungsstrecken: "Diese Umleitungen stammen oft noch aus Zeiten, in denen die Verkehrsdichte nicht so hoch war."

Was bedeutet, dass es wegen des verstärkten Verkehrs durch die Stau-Umfahrer auf den Routen über Landstraßen und Dörfer noch langsamer voran geht. Sinnvoll könne eine Umfahrung jedoch sein, wenn längere Stauphasen abzusehen sind - wie bei einer Vollsperrung der Autobahn nach einem Unfall. Um auf mögliche Verzögerungen vorbereitet zu sein, empfiehlt Fuhr, die Fahrt so zu planen, dass eine bis eineinhalb Stunden "Luft" sind. So kann das Ziel trotz möglicher Stau-Behinderungen noch pünktlich erreicht werden.

Zur richtigen Vorbereitung gehört auch, dass genügend Verpflegung an Bord ist - dies gilt vor allem für Getränke. Und wer nicht längere Zeit im Stau stehen mag, dem rät Fuhr, an einer Ausfahrt die Autobahn zu verlassen, einen Spaziergang zu unternehmen und dann nach einer halben Stunde wieder auf die Fernstraße zurückzukehren. Dann hat sich der Stau in der Zwischenzeit womöglich schon wieder aufgelöst.