Rund 60.000 Mitarbeiter borgte sich die Branche 2005 von Verleihfirmen aus. Das entspricht bei 766.000 Beschäftigten einer Schwankungsreserve von rund 17 Prozent. Die Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer greifen auf Leihpersonal vor allem zurück, um Auftragsschwankungen abzufedern oder auch Urlaubs- und Krankentage auszugleichen.

Dieser Einsatz von Mietmitarbeitern folgt nach einer Studie des CAR – Center Automotive Research der Fachhochschule Gelesenkirchen dem allgemeinen Trend. So wuchs das Heer der Leihkräfte seit 1994 laut Institutsdirektor Ferdinand Dudenhöffer von 140.000 auf nunmehr rund 400.000.

"Das ist ein Markt mit viel Wachstumspotenzial", folgert der Autoexperte. Schon heute würden 86 Prozent aller Betriebe im Fahrzeugbau regelmäßig auf externe Aushilfen zurückgreifen und mehr als ein Drittel "ständig Leiharbeiter in ihrer Produktion beschäftigen", so Dudenhöffer. Dennoch: Die meisten arbeiten nur auf Abruf.

Ein Trostpflaster indes bleibt den Jobbern mit Verfallsdatum: Etwa drei Viertel der Firmen sind bereit, manche Leiharbeiter eines Tages fest zu engagieren. Allerdings tragen die meist mäßig bezahlten Aushilfen mit ihrem Status oft genau jenes unternehmerische Risiko, mit dem die von Randstad Deutschland geförderte Erhebung unter dem Begriff "Flexibilisierungsvorteil" ihre Kunden umwirbt. Leider unterlässt es die Studie, außer den Unternehmern auch die Leihkräfte selbst nach deren Meinung zu fragen. Die Antworten hätten sicher ein differenzierteres Bild vom Stand der Leiharbeiterzunft geliefert. uhv