Rund 12.000 Arbeitsplätze in Westeuropa hat das jüngste Sanierungsprogramm bei den europäischen Töchtern des US-Autokonzerns General Motors gekostet, 9.500 davon allein bei Opel. Doch zum Ärger der Betriebsräte sind die Abbaupläne damit nicht vom Tisch. Mal ist es Opel-Chef dann GM-Europa-Chef und zuletzt Konzernchef der Werksstillegungen in Europa nicht ausschließen mag.

Als gefährdet gelten die Werke in Bochum, im britischen Ellesmere Port und das Saab-Werk im schwedischen Trollhättan. Akut bedroht ist das portugiesische Werk Azambuja. Eine von GM-Europa jüngst veröffentliche Studie hatte zum Ergebnis, dass das dortige Werk bei der Produktion des Lieferwagens Combo 500 Euro Kostennachteil pro Fahrzeug habe, wenn man es mit anderen möglichen Standorten vergleiche.

Das rief das Europäische Arbeitnehmerforum, zu dem sich GM-Belegschaftsvertreter aus ganz Europa zusammengetan haben, auf den Plan. Opel-Betriebsratschef der dem Gremium vorsteht, formuliert drastisch: "Werksschließungen sind immer Resultat der Unfähigkeit eines Managements, ein Unternehmen zukunftsorientiert zu führen."

Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass der Konzern seine Produktion nach Osteuropa, Südkorea und China verlagern will – zulasten Westeuropas. Zwar wolle man konstruktiv helfen, den "geringen Produktivitätsnachteil" in Azambuja zu schließen. Aber wenn die Chefs dennoch nicht einlenken, will das Arbeitnehmerforum zu Protestaktionen in allen europäischen Standorten aufrufen.