Nachdem DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche den Verkauf des amerikanischen Unternehmenszweigs nicht ausschließen mochte, tauchen immer neue Spekulationen über potenzielle Interessenten auf. So meldete jetzt die Shanghaier Oriental Morning Post, dass sich Emissäre des größten chinesischen Autobauers FAW Group auf den Weg ins Chrysler-Hauptquartier Auburn Hills in der Nähe von Detroit gemacht hätten.

FAW, mit Hauptsitz im nordostchinesischen Changchun, arbeitet in seinem Heimatmarkt bereits seit Langem in Joint Ventures mit Volkswagen, aber auch mit Toyota zusammen. Was den FAW-Managern bisher allerdings fehlt, ist eine Marke, die auch in westlichen Ländern gut eingeführt ist. Der Erwerb von Chrysler, Dodge und Jeep könnte sie dort schlagartig stark machen. Und DaimlerChrysler würde quasi zum Steigbügelhalter der chinesischen Expansion in den Westen.

Doch noch ist nicht klar, ob die Stuttgarter wirklich verkaufen werden. Sicher erscheint allerdings jetzt, dass DaimlerChrysler in Kooperation mit Chery, einem weiteren chinesischen Autobauer, seine Lücke bei Kleinwagen in den Vereinigten Staaten und Westeuropa füllen will. Am Dienstag genehmigte der Daimler-Aufsichtsrat das Rahmenabkommen der Zusammenarbeit der Chrysler Group mit der Chery Motor Group. Jetzt muss nur noch die chinesische Regierung zustimmen.