Lea Deuber

Kinderbetreuung: Arme Städte, teure Krippen

Guten Tag banause,

Zu ihre zweiten Frage:
Wir haben uns beim Land MV erkundigt.
Die Kitagebühren kommen so zu Stande:

Kita X errechnet die Kosten für einen Kitaplatz pro Jahr. Dann überprüft der Träger der öffentlichen Jugendhilfe (die sechs Landkreisen bzw. kreisfreien Städte Rostock&Schwerin) die Kostenkalkulation und beide Parteien einigen sich auf eine Summe.

Z.B. 5000 Euro für einen Platz pro Jahr. Davon übernimmt das Land 2013: 1283,16€. (Erhöhung um 2% jährlich)
Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe übernehmen davon nochmal 28,8%: 369,67€ in 2013 (bei 28,8% von 1283,16€)

Also:
5000
- 1283,16
- 369,67
---------
3347,17 Euro

Die Restkosten werden zu 50% von der Wohnsitzgemeinde & 50% von den Eltern getragen.

3347,17 Euro: 1673,585 Wohnsitzgemeinde; 1673,585 Elternbeitrag

Dieser Elternbeitrag: 1673,858 wird durch 12 geteilt: 139,4654€/Monat. Diese Summe steht auf dem Gebührenbescheid.

So: Jetzt kommt das § 21 Abs. 5 des KiföG M-V ins Spiel.
100€ erhalten alle Eltern, die keine staatl. Hilfe erhalten (z.B Hartz IV.) Dabei spielt es keine Rolle, ob sie 80.000 Euro im Monat verdienen oder 150.000 Euro.) Die Summe wird vom Land finanziert.

Also
139,4654
- 100
---
39,4654

Im Durchschnitt zahlen Eltern 255 Euro im Monat für einen Kitaplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Davon gehen die 100€ jeweils nochmal ab, wenn die Eltern keine Unterstützung erhalten.

Wir hoffen, dass Ihre Frage damit beantwortet ist.
Liebe Grüße
Die Redaktion

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Kinderbetreuung: Arme Städte, teure Krippen

Guten Tag banause,

Sie haben Recht. Wir haben geschrieben:
„So kostet beispielsweise eine Vollzeitbetreuung in Halle an der Saale maximal
150 Euro pro Monat, in der etwa gleichgroßen westdeutschen
Stadt Oberhausen sind die Gebühren für weniger Stunden fast dreimal so hoch.“
Dabei beziehen wir uns mit den 150 Euro auf einen Krippenplatz 40h/Wochen
für ein Einzelkind. Um es besser vergleichen zu können,
haben wir grundsätzlich versucht immer nur Gebühren zu vergleichen,
die sich auf die gleichen Annahmen beziehen.
In Oberhausen wird aber nur zwischen einer 35- und einer 45-Stundenbetreuung
unterschieden. Die Betreuung für 35 Stunden kostet 417 Euro.
Das steckt hinter dem „fast dreimal so hoch“.

Liebe Grüße
Die Redaktion

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