Robin Detje

Freier Autor
Geboren 1964 in Lübeck, ist ausgebildeter Schauspieler und war lange Kritiker, u. a. für DIE ZEIT, die "Süddeutsche Zeitung" und die "Berliner Zeitung". Er schrieb das Buch "Castorf – Provokation aus Prinzip" (Berlin, 2002). Er ist Teil der Berliner Künstlergruppe bösediva und arbeitet als Literaturübersetzer. 2014 wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Chris Dercon : Einsam wartet der Champagner

Sehr geehrter Herr Balitzki, wenn Sie es denn sind,
was soll ich dazu sagen? Sie möchten mich verachten, und ich möchte Ihnen dazu alle Freiheit lassen, die Sie brauchen. Ich muss ja im Grunde nicht einmal dabei sein, das schaffen Sie auch alleine. Jetzt werfen Sie mir aber vor, ich hätte aus Ihrem Buch abgeschrieben. Sie meinen vermutlich meine Castorf-Biografie aus dem Jahr 2002, Henschel Verlag, "Theaterbuch des Jahres", wenn ich mich richtig erinnere, in der ich unter anderem auch ihr Buch zitiert habe. All diese Zitate finden Sie in den Endnoten verzeichnet und Ihr Buch, neben vielen anderen, im Apparat als Quelle aufgeführt. Ob Sie mir kurz erklären mögen, was Sie in diesem Zusammenhang mit "abschreiben" meinen? Ich wäre Ihnen sehr dankbar. Freundliche Grüße, rd

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Chris Dercon : Einsam wartet der Champagner

Natürlich habe ich diesen Text auf meiner inneren Dachterasse geschrieben, die natürlich eine innere Eigentumsdachterasse ist. Und natürlich kann man an meiner eigenen Maschinenhaftigkeit die Maschinenhaftigkeit des Dercontheaters ablesen. Aber Detjen heiße ich nicht...

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Volksbühne: Rührung ist keine Kunst

Lieber Herr Nagoya,
es geht mir in meinem Text nicht darum, Bürgerinnen und Bürger zu kritisieren, die sich gegen Veränderungen zum Schlechteren wehren. Es geht mir darum, dass Künstler die Gegenwart sehen müssen wie sie ist, wenn sie mit ihr umgehen wollen, auch um sie kritisieren zu können übrigens. Und ihre Mittel dürfen dabei nicht von gestern sein.
Und es geht mir auch nicht darum, einen alten Kampf zwischen institutionell gehegter und „freier“ Kunst zu entscheiden, ich gebe nur einfach eine Runde an die Kuratoren. Der Kampf wird hoffentlich nie entschieden.
Danke für Ihre Einwände – Ihr Detje

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Volksbühne: Rührung ist keine Kunst

Ich bin erst 21 Jahre hier, und viel hat sich verändert. Davon bin ich auch manchmal ganz benommen. Und trotzdem muss der Blick für Künstler*innen ja auf das gehen, was ist, und selbst wenn man Vergangenheit bewältigen will, tut man es ja aus der Gegenwart heraus. Und ja, natürlich produziert Gegenwart dann auch wieder neue Vergangenheit, das ist klar, so beunruhigend das sein mag...

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