Christoph Herwartz

Redakteur im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, ZEIT ONLINE
Jahrgang 1982, Absolvent der Kölner Journalistenschule, Politik-Redakteur und freier Journalist in Nordrhein-Westfalen

Das treibt mich an

Die Welt verändert sich, aber viele Erklärungsmuster bleiben gleich. Als Reporter will ich so genau wie möglich hinschauen, um das Bild zu verfeinern, das ich und meine Leser von der Welt haben.

Das Problem an unserer ganzen Diskussion scheint mir zu sein, dass Sie Dinge aufzählen, ohne klarzumachen, was die damit sagen wollen. Und wenn ich nachfrage, zählen Sie einfach neue Dinge auf. Jetzt scheint es für irgendetwas eine Rolle zu spielen, dass ihr Asylantrag noch nicht bearbeitet ist und die Eltern Ziegenhirten waren. Für was auch immer. Sie haben Fragen gestellt, die ich versucht haben zu beantworten. Aber darauf gehen Sie nicht ein. Stattdessen stellen Sie einfach neue Fragen. Ich wollte Ihnen dabei zu helfen, den "schalen Geschmack" loszuwerden, den die Geschichte offenbar bei Ihnen hinterlassen hat. Anscheinend haben Sie daran kein Interesse. Sei's drum.

13. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

"Ich habe als Leserin eines Artikels auf der Kommentarseite einer Zeitung meine Meinung zu dem Artikel und der darin geschilderten Geschichte kundgetan." -> Darüber freue ich mich. Ernsthaft.
"Wenn Ihnen als Autor meine Kritik nicht gefällt, ist das Ihr Problem." -> Das ist in erster Linie keine Frage von gefallen, sondern von verstehen. Darum stelle ich Nachfragen, wenn mir die Kritik unlogisch erscheint. Aber es stimmt auch: Die Art und Weise, wie Sie hinter Kleinigkeiten und Nichtigkeiten "Manipulation" wittern, finde ich merkwürdig bis ärgerlich.
"Das ist übrigens das erste Mal, daß sich in einem ZON-Artikel der Autor aufgefordert fühlt, seine Story zu verteidigen." -> Toll nicht? Genau genommen fühle ich mich aber nicht aufgefordert, meine Story zu verteidigen, sondern die Integrität einer Minderjährigen, die sich schutzlos in die Öffentlichkeit stellt, gegen die Vorwürfe anonymer Internet-Kommentatoren.

Wollen Sie meine Nachfragen auf diese Vorwürfe nicht vielleicht doch beantworten?

13. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

"Haben wir das Recht nur diese eine Geschichte zu erzählen und die anderen nicht?" - Beim Erzählen von 60 Millionen Geschichten würden sich ja auch ganz praktische Probleme auftun. Aber fangen Sie gerne an. Nur zu!

13. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

Haben Sie vielleicht einen Link zu diesem Video zu Hand?

13. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

Das sehe ich auch so. Falls Sie einen Widerspruch zur Aussage im Artikel "Merkel war es wirklich nicht" [http://www.zeit.de/politi... sehen - den sehe ich nicht. Nujeen brach in der Türkei vor der Keleti-Entscheidung und vor der "Wir schaffen das"-Pressekonferenz auf. (Nämlich am 22.8.2015)

13. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

"Laut Guardian war sie nach der Begegnung mit dem BBC in Ungarn berühmt. In Slowenien wurde sie erkannt. Auf dem Bild aus Kroatien sind die Schatten mehrerer Fotografen zu sehen. Laut ZON hatte sie Schwierigkeiten, es nach Deutschland zu schaffen." -> Hä? Ja und?

"Laut Guardian gefällt ihr, daß niemand in Köln sie (er)kennt. Nunmehr macht sie unter Angabe des Wohnortes Publicity für ein Buch." -> Das stimmt. Sie ist sich unsicher wie das wohl wird. Aber nimmt das in Kauf für einen lukrativen Auftrag.

"Laut Guardian hat sich ihr Deutsch stark verbessert, seit sie das Buch beendet hat. Laut ZON setzte sich ihre Ko-Autorin erst vor einigen Monaten mit ihr in Verbindung." -> Sie ist erst seit einem Jahr in Deutschland. Ihr Deutsch verbessert sich noch immer.

"Laut Guardian war ihre schlimmste Erinnerung das fünfstündige Warten an der deutschen Grenze. Ich weiß nicht, ob das lustig oder ironisch sein soll. Oder ob es schlicht die Wahrheit ist." -> Das ist, was sie sagt. Ich kann mich da auch schwer hineinversetzen, aber was haben wir darüber zu urteilen?

"Wen sich eine naive Beinahe-Achtzehnjährige instrumentalisieren läßt, weil sie Nutzen daraus zieht, ist das ihre Sache. Wenn ich mich dagegen wehre, weil ich den Eindruck habe, ich solle manipuliert werden, ist es meine." -> Von wem sollte Nujeen instrumentalisiert werden? Wer sollte Sie als Leser "manipulieren"? Inwiefern? Indem jemand seine Geschichte aufschreibt? Was soll dieser Vorwurf?

Was soll das alles?

13. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

Woher meinen Sie das zu wissen?

Sie bezieht sich auf ihren ersten Schultag überhaupt. So steht es ja auch da. "An meinem ersten Schultag überhaupt(!)..."

12. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

Liebe SweetCharlotte,

zu Ihrem Posting #19:
- Ja, Nujeen hatte Kontakte in Deutschland und übrigens auch den Niederlanden. Ich werde Sie bei Gelegenheit fragen, ob die Berichte in der BBC, die ihre Berühmtheit auslösten, damit zu tun haben.
- Es stimmt, dass Nujeen zu manchen Dingen eine naive Einstellung hat. Es gab noch mehr unschlüssige Aussagen von ihr. Aber sie ist eben auch eine 17-Jährige, die mit wenigen sozialen Kontakten aufgewachsen ist. Niemand verlangt, dass Sie alle Positionen dieser jungen Frau teilen.
- Es stimmt auch, dass ihre Eltern noch in der Türkei sind.
Ändert einer dieser Punkte etwas Wesentliches an der Geschichte?

12. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

Liebe SweetCharlotte,

die Sache mit der Schule ist tatsächlich ein Fehler in einem der beiden Artikel. Ich bin mir relativ sicher, dass ich es hier richtig dargestellt habe. Im deutschen Buch heißt es: "In der höheren Schule trugen meine Schwestern und Cousinen als einzige Mädchen kein Kopftuch." Und: "An meinem ersten Schultag überhaupt war ich fast siebzehn Jahre alt." Das hat der Kollege vielleicht falsch gelesen. So etwas kommt vor.

Haben Sie weitere Widersprüche gefunden?

12. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute

Beim Lesen des Buches habe ich das auch gedacht. Denn sie formuliert komplexe Gedanken, die genau so gut von Christina Lamb stammen könnten. Nachdem ich sie traf, habe ich das nicht mehr gedacht, sondern fand Sie als Person überzeugend und ihre Geschichte schlüssig. Ähnliche Geschichten sind auf der Balkanroute wohl tausendfach passiert, aber als Deutsche kommen sie uns irreal vor.

12. Oktober 2016, verfasst zu:
Nujeen Mustafa: Ein Märchen namens Balkanroute