Claus Leggewie ist Politikwissenschaftler und ist Inhaber Ludwig Börne-Professor an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er veröffentliche u.a. das Buch "Anti-Europäer: Breivik, Dugin, al-Suri & Co" (Suhrkamp, 2016).
Wie aus zwei Feinden ein Duo wurde, das Europa vorantrieb: 1963 schlossen Deutschland und Frankreich den Élysée-Vertrag. Ein persönlicher Blick auf 60 Jahre Geschichte.
Erstmals seit 1865 diskutieren die USA ernsthaft über Entschädigungen für die Opfer der Sklaverei. Eine Debatte, in der es nur wenige einfache Antworten gibt.
"Das Wasserbewußtsein der deutschen Öffentlichkeit ist noch wenig entwickelt", klagte 1959 bereits ein Minister: Warum der Wassermangel uns zum Umdenken bewegen sollte.
Wer übernimmt die Kanzlerkandidatur der Grünen? Der Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit und der Politologe Claus Leggewie sind für Robert Habeck. Hier erklären sie warum.
Vor 50 Jahren löste der Bhola-Zyklon in Pakistan ein politisches Beben aus, das zur Gründung Bangladeschs führte. Heute bedroht der steigende Meeresspiegel das Land.
Vor 60 Jahren war Wilma Rudolph der Star der Olympischen Spiele in Rom. Sie lief nicht nur ihren Gegnerinnen davon, sondern auch rassistischen Stereotypen.
Sie nennen sich bürgerlich? Wie können Sie dann einer Partei die Treue halten, die zur Jagd auf Demokraten bläst? Brief an einen fiktiven abtrünnigen Konservativen
Vor 80 Jahren diskutierten die westlichen Staaten in Évian, wer die deutschen Juden aufnimmt. Die Argumente von damals erinnern an die heutige Debatte um Geflüchtete.
Die Welt wartet auf politische Klarheit aus Deutschland. Hier ein Plan, wie es gehen könnte mit mehr Demokratie, EU-weiter Energiewende und einem Einwanderungsgesetz
In Hamburg ist kaum ein Unternehmen so präsent wie die Spedition Kühne + Nagel. Schweigsam wird es, wenn es darum geht, dass es von der Arisierung profitierte.
Die Ziele der NPD mögen verfassungsfeindlich sein. Für ein Verbot reicht das nicht aus. Denn entscheidend ist nicht die Absicht, sondern die Erfolgswahrscheinlichkeit.
Ein Gastbeitrag von Claus Leggewie, Johannes Lichdi und Horst Meier
Nur als große Macht kann Europa die politischen Vorteile der USA und Chinas ausgleichen. Kerneuropa ist zu klein, die Zukunft haben regionale Verbünde. Von Claus Leggewie
1925 entstand die erste deutsche Moschee. Heute wird trotz stärkerer Integration heftiger über den Bau muslimischer Gotteshäuser gestritten denn je. Von Claus Leggewie
Wie kann ein internationaler Konsens wie die Begrenzung der Erderwärmung umgesetzt werden? Durch eine Kultur der Kooperation, schreibt C. Leggewie im Gastbeitrag.
Zwingt uns die drohende Klimakatastrophe, liberale Freiheitsrechte einzuschränken? Fünf Professoren aus den Bereichen Recht, Philosophie, Soziologie antworten.
Von Gernot Böhme, Christoph Möllers, Rainer Forst u. a.
Von der Klimakonferenz in Cancún ist nicht viel zu erwarten. Europa muss einen Plan B entwickeln, fordern Dirk Messner und Claus Leggewie in einem Gastbeitrag.
Die Welt wird mehr Energie verbrauchen – und die Politik muss handeln. Ab sofort ist Energiepolitik auch Außenpolitik. Ein Gastbeitrag von Claus Leggewie und Dirk Messner
Den weltweiten Klimawandel leugnet kaum noch jemand, aber Angriffe auf das "Zwei-Grad-Ziel" mehren sich. Sie sind haltlos und verlogen. Ein Gastbeitrag
Erfindung einer glänzenden Zukunft: Das Ruhrgebiet will aus Industriekultur Kulturindustrie machen. Tatsächlich nötig wäre die ökologische Wende. Von Claus Leggewie
Dass wirtschaftliche Modernität und politische Demokratie
automatisch zusammenwirken, kann man bei der Neuen Ökonomie nicht
voraussetzen, und als individueller "User" ist der Netzbürger so
hilflos wie der Verbraucher vor der Fleischtheke
Amerika wählt - für die Deutschen war das stets eine faszinierende
Sache. Doch diesmal ist die jüngere Generation ziemlich
desinteressiert. Was hat sich verändert? Mögliche Antwort: Amerika
hat sich zu Tode verbreitet - weder als Vorbild noch als
Schreckbild taugt es heute noch wie früher
s sie uns von den Bergen herunter mit Granaten bombardierten, fragten wir uns: Wie sollen wir das überleben? Heute, da der Friede ausgebrochen ist, lautet die Frage eher: Warum sollen wir leben, wenn wir weder die Freiheit haben noch die mindesten Aussichten auf ein würdiges Leben?" Drôle de paix – Zlatko Dizdarevic, leitender Journalist der bosnischen Tageszeitung Oslobodenje, sagt diese bösen Sätze so leise und unaufgeregt, wie er sein "Journal de guerre" und die eben in Paris erschienenen "Portraits de Sarajevo" (Vorwort von André Glucksmann, Photos von Gérard Rondeau, aus dem Serbokroatischen von Sasa Sirovec; Edition Spengler, Paris 1994; 164 S.
Die da oben sind ganz schön unten durch. Die staatstragende Klasse in Bund, Ländern und Gemeinden wird mit einem Begriff bedacht, der seinerzeit einem Häuflein militanter Staatsfeinde vorbehalten war: Bande.
Nicht nur die Neue Welt wurde "entdeckt". Auch Europa entdeckte – besser: erfand – sich 1492 selbst. Von der Pest genesen, auf ein Fünftel der damaligen Weltbevölkerung geschrumpft, politisch zerstückelt und zerrissen, war Europa nur ein ungehobelter Parvenü im Kreis der altehrwürdigen Imperien der Azteken und Inka, der asiatischen Despotien und der Königreiche Afrikas.
Voller Saal, zähes Diskussionsklima: Sie befinden sich in einer sozialwissenschaftlichen Anfängerübung. Ein Professor führt die Neuen in die Lehre von der Gesellschaft ein.
GÖTTINGEN. – Manche Ausländer bewundern die französische Fähigkeit, historische Niederlagen und Debakel aus dem öffentlichen Gedächtnis auszuklammern und sie damit (scheinbar) unbeschadet und gegenwartsfest zu überstehen.