© Michael Heck

Tilman Steffen

Redakteur im Ressort Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, ZEIT ONLINE
Bei ZEIT ONLINE seit 2009. Zuvor bei der "Netzeitung". Nach der Journalistenschule Arbeit als Printautor und Fotograf; Redakteur und Reporter für epd, TV-Beiträge für ZDF, n-tv, XXP, Mitarbeiter bei Reuters TV. Orgelbauer, Kulturmanager, Journalist. Geboren, als Willy Brandt die deutsche Teilung anerkannte. Groß geworden in Deutschlands Südosten – erwachsen seit dem Mauerfall. Drei Berufe gelernt, zwei Kinder gezeugt, ein Kulturzentrum gegründet – und dabei zum Journalisten geworden.

Das treibt mich an

Der Mauerfall hat mein Leben geteilt. Ich finde großartig, dass ich heute von Berufs wegen darüber wachen kann, dass totalitäre Kräfte nicht wieder erstarken. Ich gehöre keiner Partei an, strebe nach größtmöglicher Neutralität und Objektivität, was nicht die Abwesenheit von Haltung bedeutet.

Da komme ich her

Ich komme aus dem sächsischen Dreiländereck, eine großartige, leider viel zu unbekannte Gegend, in der man unglaublich viel bewegen kann, wenn man sich auf Land und Leute einlässt.

Diesem Thema widme ich die meiste Zeit

Neben meinen Recherchen zu Rechtsextremismus, zu AfD, Linkspartei und den ostdeutschen Bundesländern arbeite ich am Newsdesk. Dort schreiben die Generalisten, die von allem ein wenig Ahnung haben müssen, und berichten über Politik und Weltgeschehen.

Das mache ich jenseits von meiner Arbeit

Kinder aufziehen, Musik machen, singen.

Mit diesem Menschen hatte ich als Journalist einen unvergesslichen Moment

Manfred Prasser, Architekt im beschaulichen Oranienburg, den ich für ein Interview in seinem lichtdurchfluteten Holzhaus besuchte. Ein Mann im Rollstuhl, über 80 Jahre – und frei von jedem Groll darüber, dass das neudeutsche Berlin mit dem Abriss des Palasts der Republik eines seiner größten Werke vernichtete: den großen Saal, ein Unikat, das als unbaubar galt.

Diese Recherche hat etwas verändert

Ein Text über die Selbstausbeutung der Heilberufstätigen, darunter die Physiotherapeuten: Das Stück verstärkte nicht nur den Austausch von Betroffenen in den Diskussionsforen der Branche. Es entstand auch im Bundestag eine Initiative, die Arbeitsbedingungen gesetzlich zu verbessern.

Rechtsextremismus: Der Osten muss erst mal seine eigene Geschichte aufarbeiten

Lese ich Herr Lühmann richtig, werde ich beim Klassentreffen im Juni von Neonazis umgeben sein ("die in den 90ern die Straßen leerprügelten"). Da ist mir zuviel Keule und zuwenig Differenzierung.

Bei den ausländerfeindlichen Übergriffen der 90er (Lühmann: "Pogrome") waren es auch Westdeutsche, die vor den Kameras standen, Interviews gaben und Stimmung machten (zB Rostock-Lichtenhagen). Die West-Szene also als Initiatoren oder Mitinitiatoren.

Das heutige Wahlverhalten der 1970 Geborenen mit einer Vergangenheit als Neonazis zu verbinden, finde ich gewagt. Heutige Wahlentscheidungen sind von so viel mehr Faktoren beeinflusst... Es gibt viele heute Rechtskonservative, die in ihrer Jugend Linke waren. Ich und meine Schulkameraden gehören zu der von Lühmann genannten Generation, ich bin aber offenkundig in einer ganz anderen Welt als Lühmann aufgewachsen.

Zitat: "Der Schlüssel zum Verständnis ist jene Kohorte der um 1970 geborenen Männer, von denen schon die DDR-Jugendforschung wusste, dass sie dem hohl gewordenen Antifaschismus der DDR verloren gegangen waren. Sie waren es, die in den Neunzigerjahren die Straßen leerprügelten und Pogrome verübten – und sie sind es, die heute AfD und NPD wählen. Auf knapp 42 Prozent kommen die beiden rechten Parteien in Sachsen in dieser Altersgruppe."...

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AfD-Beamte: Beamter und in der AfD – geht das?

Hallo Daedalus, die Frage lässt sich grundsätzlich erstmal mit Ja beantworten, aber es gibt halt noch eine ganze Menge Zwischentöne bei diesem Thema. Die habe ich versucht im Text darzustellen. Da zeigt sich, dass Beamte in der AfD vorsichtig sein müssen. Das hat die Partei übrigens selbst in einem Gutachten untersuchen lassen.

Viele Grüße, Tilman Steffen

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AfD in Ostdeutschland: Revolten am Rand

Hallo Andreas71, grundsätzlich Zustimmung. Ob man die AfD rechtsextremistisch nennen darf, war ja schon Thema vor Gericht. Dafür nachweisbar erfüllt sein müssten ja bestimmte Voraussetzungen, angelegt werden meist die Kriterien des Verfassungsschutzes. Insofern wäre das streng genommen gar keine Meinungsäußerung, sondern eine Einordnung anhand der Einschätzung der Sicherheitsbehörde. Und vorbehaltlich der Einschätzung von Juristen. Viele Grüße, tst

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SPD in Hessen: Und trotzdem verloren

Hallo Verantwortungstheoretiker und andere, die Einsicht in der SPD entwickelt sich, dass man Erneuerung nicht endlos aufschieben kann. Für Montag ist Neues angekündigt, siehe Artikel. Es gibt da übrigens gerade einen schönen Text von einem SPD-Mitglied: https://www.zeit.de/2018/... Kann ich empfehlen.

Viele Grüße und eine konstruktive Diskussion des Artikelthemas, Tilman Steffen, ZON

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Koalitionskrise: Einreiseverbot und trotzdem ins Land?

Hallo Bauesel, das „kompliziert“ bezieht sich vor allem auf den Schverhelt und darauf, dass auch politisch viel erzählt wird, was möglich ist. Und da ist in der Realität manches komplizierter als dargestellt. (Vor allem Populisten Spiegel ja oft vor, dass es einfache Lösungen für komplexe Probleme gibt)

In diesem Sinne eine angeregte Diskussion. Viele Grüße, Tilman Steffen

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