Caroline Scharff

Bildredakteurin, freie Fotografin
Fotodesign Studium in München, seit 2004 freie Fotografin in Berlin. Absolventin der Bildredaktionsklasse 2017/18 der Ostkreuzschule Berlin und seither tätig als Bildredakteurin und Fotografin.

Das treibt mich an

Die stete Neugier auf Bilder, neue fotografische Positionen, junge Talente und die Arbeitsweise von Fotografen und Bildredakteuren/innen in der heutigen Zeit der Bilderflut und die damit einhergehende Verantwortung im Umgang mit Bildern. Der stete Drang mit einem visuellen Gespür hohe Qualität zu erarbeiten und offen zu sein für zeitgemäße Erzählformen und die Entwicklung der Fotografie im journalistischen Bereich.

Da komme ich her

Geprägt durch die Fotografie der neunziger Jahre wie z.B. durch das Jetzt Magazin, die Arbeiten von Wolfgang Tillmans, Martin Parr oder (etwas älter) Diane Arbus schlug ich den Weg zur Fotografie schon früh ein. Unter anderem beeinflussen mich heute eher die Arbeiten von Mitch Epstein, Taryn Simon oder Alec Soth. Was mich als Bildredakteurin am Fotojournalismus am meisten anzieht ist es die Welt durch die Augen anderer zu betrachten und die sich eröffnenden Räume zum Denken zu erfahren.

Dieses Ereignis hat mich journalistisch geprägt

Meine Arbeit in der Bildredaktion bei Ostkreuz- Agentur der Fotografen bot mir die Möglichkeit viele Fotografen der Agentur, deren Arbeiten ich sehr schätze, wie z.B. Ute und Werner Mahler, Jörg Brüggemann, Tobias Kruse, Ina Schoenenburg, Frank Schinski, Espen Eichhöfer und Heinrich Holtgreve persönlich kennenzulernen und zu verstehen wie die Tonalität eines Fotografenkollektivs zusammengesetzt aus vielen lebendigen Persönlichkeiten und sehr unterschiedlichen fotografischen Positionen sehr ambitionierte und grosse Projekte Wirklichkeit werden lässt. Wie immens eine starke persönliche Geisteshaltung des Autors sich in fotografischen Arbeiten wiederspiegelt und Einfluss auf die Aussagekraft und Vielschichtigkeit einer Arbeit hat. Wie angenehm regulierend und motivierend eine Gemeinschaft unter Zusammentun der Kräfte basierend auf einer gemeinsamen Ausrichtung und dem Willen zum Diskurs grosse Ziele erreicht.

Diesem Thema widme ich die meiste Zeit

Zur Zeit interessieren mich vor allem neue Erzählformen, neue Formate im Bereich des Visual Storytellings- generell Möglichkeiten die die digitale Präsentationsform von Bildern betrifft. Dieser erweiterte Raum für Bilder entwickelt sich gerade stark und es gibt immer wieder neue grossartige Ideen zu entdecken. Generell bin ich immer stark an Bildern interessiert die das Thema gender bearbeiten sowie Konflikte bei Menschenrechten und lege viel Wert auf eine Bebilderung die keiner „Single Story“ folgt da ich der Meinung bin, dass durch die erfolgte Verortung durch Bilder im Netz konventionelles Denken auf- sowie auch abgebaut werden kann.

Mit diesem Menschen hatte ich als Journalist einen unvergesslichen Moment

Als Nancy Borowick (Absolventin International Center of Photography, NYC) zur Vorstellung ihres Fotobuches „The Family Imprint“ Berlin besuchte und ihre Arbeit vorstellte. Sie hatte ihre beide an Krebs erkrankten Eltern über einen langen Zeitraum fotografisch bis zum Ende begleitet. Diese langwierige Krankheit lässt eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod, Trauer und Verlust vermuten. Doch sie hat Bilder geschaffen, die vor Leben und Liebe strahlen und mir das Gefühl gaben wachgerüttelt zu werden.

Diese Recherche hat etwas verändert

Bildrecherchen zur aktuellen Situation der Menschen im Jemen und im Südsudan gehen mir immer wieder besonders nah. Das unsägliche Leid vorort spiegelt eine himmelschreiende Ungerechtigkeit: die grössten Leidtragenden von Bürgerkriegen oder Unruhen sind immer wieder die Kinder. Diejenigen sind die Opfer, die nicht weiter entfernt von der Täterschaft sein könnten.

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