Einbrechende Exporte, sinkende Bauaufträge, schlechtere Kreditkonditionen, mehr Arbeitslose, höhere Staatsschulden: So lässt sich die Vorhersage der ifo-Forscher für die kommenden zwei Jahre zusammenfassen. Auch 2010 werde das Bruttoinlandsprodukt noch schrumpfen, sagen sie, aber nur um 0,2 Prozent. Im Verlauf von 2009 dürften sich 540.000 Menschen zusätzlich arbeitslos melden, erwarten die Ökonomen. Die durchschnittliche Quote liege dann bei 8,0 Prozent.

Nicht alle Sektoren sind gleichermaßen von der Krise betroffen. Eine Übersicht über ausgewählte zentrale Branchen:

Baugewerbe

Normalerweise hängt der Bau sehr stark vom Auf und Ab der Konjunktur ab. Derzeit geht es der Branche, die immerhin 3,8 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung ausmacht, nicht allzu schlecht - auf den ersten Blick. Ihre diesjährigen Umsätze liegen mit 84,3 Milliarden Euro immerhin 4,5 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Trotzdem werde 2008 "kein tatsächlich gutes Jahr", wie der Chef des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hartwig Loewenstein, sagt. Die steigenden Kosten fräßen den Zuwachs auf, mit höheren Gewinnen im Vergleich zum Vorjahr könne deshalb nicht gerechnet werden.

Verhalten sind auch die Erwartungen für das nächste Jahr: "Wir haben uns auf ein schwieriges Jahr 2009 einzustellen", sagt Loewenstein. Selbst optimistische Schätzungen gehen maximal von einer Stagnation der Umsätze aus. Die ifo-Forscher erwarten, dass die Branche sich negativ entwickelt - mit Ausnahme des öffentlichen Nichtwohnungsbaus. Weil die Arbeitsproduktivität auch im Baugewerbe stetig wächst, hätten selbst gleichbleibende Umsätze dem ZDB zufolge einen leichten Rückgang der Stellen zur Folge.

Schon Ende 2008 arbeiteten in der Branche weniger Menschen als im Vorjahr: Im dritten Quartal 2008 waren im sogenannten Bauhauptgewerbe, was im Wesentlichen Hoch- und Tiefbau sowie Straßen- und Landschaftsbau umfasst, rund 706.500 Personen beschäftigt,  rund 23.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Einzelhandel

Der Einzelhandel trägt 3,9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Hoffnungen der Branche hängen am Weihnachtsgeschäft. Überhaupt sollen die Konsumenten nicht nur den Händlern aus dem Stimmungstief helfen, sondern gleich der ganzen Wirtschaft. Ob das klappt, ist noch nicht abzusehen. Die Ifo-Forscher sind optimistisch: Sie erwarten für 2009 wegen steigender Reallöhne einen Anstieg des privaten Konsums um 0,6 Prozent.