Die wissenschaftlich stärksten Universitäten Deutschlands stehen in München, Heidelberg und Karlsruhe. Zu diesem Resultat kommt jetzt das neue Forschungs-Ranking vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) .

Grundlage der Ergebnisse ist das umfangreiche Datenmaterial aus den Untersuchungen zum CHE-Hochschulranking. Es macht die Forschungsaktivitäten bundesweit transparent und zeigt besonders forschungsstarke Fakultäten auf. Im Kern geht es dabei aber nicht um Aussagen über eine Universität insgesamt, sondern um Profile besonders erfolgreicher Fakultäten. Das CHE erstellt deshalb keine Ranglisten (Erster, Zweiter…), sondern versammelt jene Universitäten in einer Spitzengruppe, die in einer jeweiligen Disziplin besonders forschungsstark sind.

Der Vergleich der Hochschulen stellt die Qualität der Forschung also in einzelnen Fächern gegenüber. Insgesamt erfasst das CHE 16 Fächer aus den Natur-, Ingenieur-, Geistes- und Sozialwissenschaften, von denen jedoch kaum eine Universität alle anbietet. In diesem Jahr bewertet das CHE zudem die Naturwissenschaften neu: Biologie, Physik und Chemie sowie 2006 zum ersten Mal Mathematik und Medizin.

Die TU München schaffte es in diesem Jahr, sieben von acht Fakultäten in der Spitzengruppe zu platzieren. An der Universität Heidelberg erweisen sich neun von dreizehn Fakultäten als "forschungsstark". Insgesamt können acht Hochschulen diese Auszeichnung für mindestens die Hälfte ihrer untersuchten Disziplinen verbuchen. In die CHE-Champions-League aufrücken konnten in diesem Jahr Göttingen und Stuttgart, herausgefallen sind die FU und die HU Berlin sowie die Universität Bonn.

Das CHE stellt die Untersuchungen jährlich an und wird dabei von der Deutschen Telekom Stiftung unterstützt. Während das Förderranking der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) vornehmlich die eingeworbenen Drittmittel erfasst, prüft das CHE die Forschungsstärke in den verschiedenen Disziplinen anhand mehrerer Leistungsmerkmale.

Drittmittel: Die Höhe der Drittmittel eines Fachbereichs sagt sowohl etwas über die Forschungsaktivität als auch über die Forschungsqualität aus. Denn die Professoren müssen diese Gelder von privaten und öffentlichen Gebern (wie etwa der DFG) im Wettstreit mit anderen Wissenschaftlern einwerben.

Publikationen: Sie dokumentieren die Forschungsleistung. Da nicht jede Veröffentlichung denselben Stellenwert hat, gewichtet das CHE nach Publikationstyp, Seiten- und Autorenzahl. Neben der Zahl der Veröffentlichungen spielt ihre Zitierhäufigkeit (Zitation) eine Rolle. Dieser Messwert gibt an, wie oft eine Publikation von anderen Forschern zitiert wurde, was Rückschlüsse auf ihre Bedeutung zulässt.

Promotionen: Die Promotionen verweisen auf die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Wo viele Promotionen entstehen, steigt die Forschungsleistung.

Reputation: Zudem hat das CHE Professoren gefragt, welche fünf Universitäten sie in ihrem Fach als führend in der Forschung betrachten . Dieser Indikator dient auch als Hinweis, ob Image und reale Forschungsstärke übereinstimmen.

Würde man nur die absolute Zahl der Drittmittel, Publikationen und Promotionen pro Fachbereich messen, hätten große Universitäten mit vielen Professoren natürlich einen Vorteil. Um auch kleinen Fachbereichen mit wenigen, aber erfolgreichen Forschern eine Chance zu geben, werden die Indikatoren zusätzlich in Relation zur Zahl der Professoren bewertet. Die besten Fakultäten sind jene, die sowohl absolut als auch relativ Forschungsstärke beweisen, wie etwa die Universität Tübingen in der Biologie. Hochschulen, die mit einem Pfeil markiert sind, schafften es erstmals in die Spitzengruppe. Die anderen gehörten bereits im Leistungsvergleich 2003 zu den forschungsstarken.

Einzelbetrachtungen
Für jedes einzelne der insgesamt 16 untersuchten Fächer liegen eine ausführliche Darstellung der genannten Kriterien und eine Bewertung der einzelnen Fakultäten vor - als pdf zum Herunterladen.

Für folgende Fächer wurden die Daten 2006 aktualisiert :
Biologie
Chemie
Mathematik
Physik
Pharmazie
Medizin
Zahnmedizin
Die weiteren Fächer mit einer Datenbasis von 2003 - 2005 sind :
Anglistik und Amerikanistik
Betriebswirtschaftslehre
Elektro- und Informationstechnik
Erziehungswissenschaften
Geschichte
Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Psychologie
Soziologie und Sozialwissenschaften
Volkswirtschaftslehre