Olli Schulz ist einer der lustigsten Menschen, die jemals nördlich von Hannover geboren wurden. Wenn er mit seiner Akustikgitarre und seiner Band Der Hund Marie auf der Bühne steht, werden die Ansagen meist genauso lang wie die Lieder dazwischen, er hat halt immer so viele Geschichten zu erzählen.

Seine erste Platte trug den schönen Titel Brichst Du mir das Herz, brech’ ich Dir die Beine, und gerade hat Olli Schulz sein drittes Album veröffentlicht. Seitdem muss er in Interviews immer wieder dasselbe erklären: Warum Warten auf den Bumerang eigentlich gar nicht so witzig ist. Kein lustiger Song auf dieser Platte, kein albernes Hörspiel, nichts. "Mir war diesmal nicht danach, und es hätte auch mit den anderen Songs auf der Platte nicht funktioniert", sagt er. Geschichten erzählt er allerdings immer noch, von missglückten Banküberfällen und missglückten Menschen. Die Musik dazu ist aufwändiger geworden, mehr Band, mehr Computer und mehr Zeit, die er im Studio verbracht hat.

Seine früheren Songs hätte Schulz zur Not auch allein in der U-Bahn spielen können, er und seine Akustikgitarre, das hätte gereicht. Damit hätte er damals sicher einiges Geld verdient, als er noch studiert hat, stattdessen hat Schulz in seinem Leben schon einige seltsame Nebenjobs ausprobiert: Ende der Neunziger saß er in einem Call-Center und musste die Fragen von Premiere-Abonnenten beantworten, die Schwierigkeiten mit ihrem Dekoder hatten, gerne auch um drei Uhr morgens. "Wir hatten so eine ganz komplizierte Telefonanlage, mit der man die Anrufer auch miteinander verbinden konnte. Das habe ich gemacht. Die haben ihre Probleme dann zusammen gelöst." Premiere hat ihn trotzdem rausgeschmissen; so was ist ihm schon ein paar Mal passiert in seinem Leben, allein seine Zivildienststelle hat er viermal gewechselt, sein Studium hat er mit 29 noch geschmissen.

"Ich habe mir ein paar Mal den Vorwurf anhören müssen, ich sei ein Hallodri und ein Dickkopf", sagt er. Wahrscheinlich ist er einfach nur zu originell für langweilige Jobs. Warten auf den Bumerang ist schließlich auch zu originell für den Vorwurf, eine gar nicht so lustige Platte zu sein. Olli Schulz macht keine Comedy, sondern Musik, und Songs wie Was macht man bloß mit diesem Jungen? sind pointierte Erzählungen, die keine zusätzlichen Gags brauchen. Und sollte jemand unbedingt ein lustiges Lied von ihm hören wollen: Olli Schulz nimmt für den Berliner Radiosender Fritz jede Woche die gesungene Kolumne Ein Schulz, ein Song auf. Und die ist sehr lustig.

Warten auf den Bumerang. Das Album ist bei Labels/EMI erschienen.
Olli Schulz online hören: www.fritz.de