ZEIT Campus: Professor Meadows, in Ihrem Buch »Die Grenzen des Wachstums« schockierten Sie 1972 die Welt mit Ihren Zukunftsszenarien. Trotz Ihrer Warnungen verschmutzten wir die Umwelt weiter. Der Rohstoffverbrauch ist gestiegen, und die Bevölkerung hat sich verdoppelt. Gibt es überhaupt noch Hoffnung für die Menschheit? Dennis Meadows: "Die Menschen denken an ihre Freunde, ihren Job, nicht an die Zukunft!"© Sina Preikschat/ Wanderlust BILD

Dennis Meadows: Natürlich. Die Menschheit wird ja nicht verschwinden. Wir sind schließlich seit mehreren hunderttausend Jahren auf diesem Planeten und werden es in Zukunft auch noch sein.

ZEIT Campus: Heißt das, wir können weitermachen wie bisher?

Meadows: Das kommt darauf an, wie wir leben wollen. Unsere Modelle lassen Folgendes erkennen: Bei unveränderter Wirtschaftsweise wird die Industriegesellschaft, wie wir sie kennen, bald zusammenbrechen.

ZEIT Campus: Zusammenbrechen – was meinen Sie damit?

Meadows: Sicher ist: Der Verbrauch von Energie und Rohstoffen wird in den nächsten Jahren deutlich sinken – entweder weil wir lernen, damit sparsamer umzugehen, oder weil das ganze System wegen Überbeanspruchung kollabiert. Die industrielle Produktion in der ganzen Welt wird in Kürze ihren Höchststand erreicht haben. Danach wird die Warenproduktion schrumpfen. Vielleicht sind wir sogar jetzt schon an diesem Punkt. Aber die Leute wollen es nicht wahrhaben.

ZEIT Campus: Was wird für einen Studenten in Deutschland, der heute 20 ist, mit 40 anders sein?