ZEIT Campus: Sie sind Linksaktivist und wollen einen neuen SDS gründen. Der Name stand einst für »Sozialistischer Deutscher Studentenbund«. SDS-Plakat von Jürgen Holtfreter von 1967© Ullsteinbild BILD

Luigi Wolf: Moment, die Diskussion über den Namen hat erst angefangen. Wir wollen im Sommersemester den Verband gründen. Der Gründungskongress entscheidet dann über den Namen.

ZEIT Campus: Sie werben für den Namen SDS, was künftig für »Studentenverband Demokratischer SozialistInnen« stehen soll. Warum?

Wolf: Der SDS war die Organisation der 68er. Er war Kulturrevolution und hat die rechte Hegemonie an den Hochschulen gebrochen.

ZEIT Campus: Das ist fast 40 Jahre her…

Wolf: Aber Kulturrevolution ist doch nicht nur was für die Geschichtsbücher. Sondern hier und jetzt ist es Zeit und unser Ziel, die gesellschaftlichen Verhältnisse umzustülpen. Vom SDS können wir viel lernen: Er hat die unterschiedlichen linken Strömungen in einem Verband vereint und einen neuen Politikstil erfunden. Der SDS stand dafür, eine Politisierung ins Zentrum der Unis zu bringen.

ZEIT Campus: Wollen Sie auch die historischen Parolen übernehmen? Etwa: »Enteignet Springer!«