1. Welchen Status haben Studenten?

Was Studenten vom normalen Vollzeitarbeiter unterscheidet, ist eigentlich nur eins: die Arbeitszeit. Die Grundregel lautet daher: Wer die Grenze von 20 Stunden pro Woche überschreitet, gilt versicherungsrechtlich als normaler Arbeitnehmer und verliert viele seiner Privilegien und Vergünstigungen. Ausnahmen gibt es allerdings für Wochenend- und Nachtarbeit sowie die Semesterferien. Unter 20 Stunden muss man grundsätzlich keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Für die Rentenversicherung gelten andere Regeln je nach Verdienst und Beschäftigungsart. Die Steuerpflicht gilt für Studenten leider genauso wie für alle Arbeitnehmer.

2. Was gilt in den Semesterferien?

Während der Semesterferien können Studenten grundsätzlich jobben, ohne Kranken-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung zu zahlen – egal, wie viel sie verdienen. Allerdings nur, wenn während des Semesters nicht schon mehr als 20 Wochenstunden gearbeitet wurde. Für die Rentenversicherung gilt zusätzlich: Nur wer nicht mehr als 50 Arbeitstage beziehungsweise zwei Monate im Kalenderjahr jobbt, ist befreit.

3. Wie vertragen sich Job und Bafög?

Wer Bafög bezieht, darf nur 4.206 Euro im Jahr dazuverdienen. Wenn diese Grenze überschritten wird, muss man Geld zurückzahlen oder mit einer Kürzung des Bafögs im folgenden Jahr rechnen. Wer bereits einen Nebenjob hat, wenn er Bafög beantragt, muss diesen melden. Der Verdienst wird dann anteilig vom Bafög abgezogen. Auch wer schon Bafög-Empfänger ist und einen neuen Job annimmt, muss dem Amt Bescheid geben. Nicht vergessen: Es werden Kontrollen in Zusammenarbeit mit den Finanzämtern durchgeführt.

Trotzdem kann man das beim Bafög angerechnete Einkommen senken, und zwar mit einem ganz legalen Trick: Vom verdienten Geld dürfen monatlich bis zu 205 Euro für besondere Ausbildungskosten abgezogen werden. Dazu zählen zum Beispiel Studiengebühren und belegbare Kosten für Fachbücher oder Exkursionen. Im Höchstfall kann man zu den 4.206 Euro also noch zusätzlich 2.460 Euro hinzuverdienen, und das ohne Bafög-Kürzung.

4. Verlieren Jobber ihr Kindergeld?

Von 2007 an gelten neue Regeln: Kindergeld bekommt nur, wer unter 25 Jahre ist und nicht mehr als 7.680 Euro im Jahr verdient. Die Neuerungen gelten für alle Jahrgänge ab 1983. Wehr- und Zivildienst werden weiterhin angerechnet. Wenn die Einkünfte (dazu gehören auch Weihnachts- oder Urlaubsgeld und Zinsen) den Freibetrag von 7.680 Euro übersteigen, wird das Kindergeld gekürzt – unter Umständen rückwirkend fürs ganze Jahr. Allerdings kann man die Einkommensgrenze ganz legal ein wenig erhöhen, indem man eigene Kosten anführt: Von den Einkünften kann eine Werbekostenpauschale in Höhe von 920 Euro abgezogen werden. Von den Bezügen, dazu zählen etwa der staatliche Zuschussanteil des Bafögs und Krankengeld, ist eine Kostenpauschale von 180 Euro im Jahr abziehbar. Bedeutet: Mit 8780 Euro Einkommen ist das Kindergeld noch sicher. Abzugsfähig sind darüber hinaus Ausbildungskosten oder gezahlte Pflichtbeiträge. Mehr Infos zum Kindergeld findet man beim Bundeszentralamt für Steuern .

5. Krankenversicherung selbst zahlen?

"In der Familienversicherung ist immer das Entgelt einer Beschäftigung entscheidend: Wer monatlich regelmäßig über 350 bzw. 400 Euro in einer geringfügigen Beschäftigung verdient, muss sich selber versichern", sagt Peter Kulaß vom AOK-Bundesverband. Bafög wird nicht mit eingerechnet. Wer mehr verdient oder älter als 25 ist, muss eine studentische Krankenversicherung abschließen. Diese gilt bis zum 30. Lebensjahr oder 14. Fachsemester. Als studentisch Versicherter darf man nur 20 Stunden pro Woche arbeiten, es gibt jedoch keine Verdienstgrenze. Für die Semesterferien gelten Sonderregeln: In Jobs, die auf die vorlesungsfreie Zeit beschränkt sind, kann ohne Einschränkungen gearbeitet und verdient werden. Mehr Infos der AOK unter www.unilife.de .