Für die einen ist Hugo Chávez Globalisierungsopfer, für die anderen ein unberechenbarer Autokrat. Mit seinen Plänen zur Verstaatlichung der Rohstoffe erntete Chávez viel linke Zustimmung. Er wollte zum neuen Messias in Südamerika aufsteigen - auch als Gegenpol zu den USA. Und so wie Chávez gibt sich die gesamte neue Präsidenten-Generation des Subkontinents äußerst selbstbewusst . Der weltweite Hunger nach Rohstoffen bietet ihnen die Gelegenheit, dafür und für ihren popularsierten Kampf gegen die Armut. Doch in letzter Zeit mehren sich die Zweifel. Denn nicht nur in Venezuela ist die Armut nach wie vor groß. Die meisten Menschen dort sind sogar ärmer als vor der Wahl Chávez 1999. Die Kriminalität ist ebenfalls gestiegen. Vielleicht sollte Chávez angesichts solchen Konfliktpotentials den Musiker der Jungen Philharmonie Simón Bolívar besonderes Gehör schenken. Beweisen Sie doch aller Welt, wie man gegen Jugendkriminalität virtuos anspielt . Doch Armut und Kriminalität und sein scheinbar heroischer Kampf dagegen, charakterisieren Chávez nur unzureichend. Zumindest glauben das viele, die befürchten, dass Chávez Venezuela in einem schleichenden Staatsstreich umkrempeln und damit seine eigene Person selbstherrlich inszenieren will. Bei den Wahlen im Dezember , an denen sich die Mehrheit der Venezuelaner beteiligte, wurde Chávez mit knapp 63 Prozent für weitere sechs Jahre bestätigt. Sofort nach dem Ergebnis kündigte er an, verfassungsrechtliche Barrieren für seine unbegrenzte Wiederwahl zu beseitigen . Bis 2021 oder 2031 will Chávez regieren.