Die Urenkelin von Richard Wagner hat Theaterwissenschaften studiert und wird in diesem Sommer zum ersten Mal eine Oper in Bayreuth inszenieren: Ein Gespräch mit Katharina Wagner, 28, über Opern für ihre Generation, den Familienzwist und die Last des großen Namens

Plötzlich ist sie da.Katharina Wagner, 28, schwarzer Mantel, blonde Haare, tiefe Stimme mit fränkischem Akzent, Urenkelin von Richard Wagner, dem Komponisten, Tochter von Wolfgang Wagner, dem Chef der Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. In diesem Sommer wird sie zum ersten Mal selber in Bayreuth die Meistersinger inszenieren, und dann wird das Getuschel wieder losgehen: Wird Katharina Wagner neue Festspielleiterin? Denn um die Nachfolge ihres Vaters tobt seit Jahren ein Familienstreit. Vorher kehrt Katharina Wagner zurück an die Freie Universität Berlin. Hier studierte sie Theaterwissenschaften, Psychologie und Soziologie – in der Mensa war sie allerdings bisher nie.

ZEIT Campus : Schon als Kind haben Sie bei Proben zuge-schaut. Warum, um Gottes willen, haben Sie dann noch Theaterwissenschaften studiert?

Katharina Wagner : Ich möchte nicht sagen: "Weil man das so macht." Aber ein Studium gehört heute doch dazu. Ich wusste schon früh, dass ich selber inszenieren möchte. Doch selbst wenn man praktisch veranlagt ist, ist es gut zu lernen, wie man wissenschaftlich arbeitet.

ZEIT Campus : Dafür dauert ein Studium ganz schön lang.