ZEIT Campus: Wie war es, plötzlich nicht vor Studenten, sondern vor Staatsmännern zu reden?

Antonio Milososki : Mein Büro an der Uni Duisburg-Essen ist ein stiller See im Gegensatz zum Außenministerium, wo sich die Dinge mit der Geschwindigkeit eines Schnellzuges bewegen.

ZEIT Campus: Eine ziemliche Umstellung?

Milososki : Die erste Lektion war, dass es in der Außenpolitik nicht ist wie in der Wissenschaft, wo zwei plus zwei gleich vier ist. Manchmal kann es mehr sein, oft ist es weniger.

ZEIT Campus: Wie wird man als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand der Politikwissenschaft eigentlich Außenminister?

Milososki : Mit 14 Jahren bin ich in meiner Heimat Mazedonien in die christdemokratische Partei eingetreten. Meine politische Karriere begann im Mai 2000, als ich zum Regierungssprecher ernannt wurde. Das war meine Feuertaufe.

ZEIT Campus: Sie sind jetzt 31 Jahre alt und Außenminister, Ihr Premierminister ist 36.