1) Warum sind Praktika so wichtig?

Die wenigsten Studiengänge bereiten auf einen ganz bestimmten Beruf vor. Man erlangt zwar in der Regel ein breites Wissen und lernt auch, wissenschaftlich zu arbeiten – wie ein Unternehmen wirklich tickt, bekommt aber nur mit, wer sich selbst ein Bild von der Praxis macht. Auch die sogenannten Soft Skills wie Teamfähigkeit, Rhetorik und Organisation lernt man am besten bei der Arbeit.

Außerdem ist ein Praktikum prima, um in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern, und natürlich, um Kontakte für später zu sammeln. 56 Prozent der Unternehmen, die 2004 von der Unternehmensberatung McKinsey befragt wurden, bevorzugen ehemalige Praktikanten als Neueinsteiger – darunter BMW, Deutsche Bank und Siemens.

Wer im Praktikum positiv auffällt, hat trotz Jobflaute gute Chancen: 60 Prozent der befragten Unternehmen stellen einen Absolventen, der sich bei ihnen bewährt hat, selbst dann ein, wenn offiziell keine Stelle frei ist. Das entspricht auch der Erfahrung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Mehr als 40 Prozent der freien Stellen werden ihrer Studie zufolge über persönliche Kontakte oder nach einem erfolgreichen Praktikum vergeben.

2) Wann ist der beste Zeitpunkt?

Ein Praktikum lohnt sich fast immer: nach der Schule, um Berufswünsche zu überprüfen und die Studienwahl vielleicht noch einmal zu überdenken. Im Studium, um neben der Theorie den Kontakt zur beruflichen Wirklichkeit nicht zu verlieren. Nach dem Studium, um zu testen, was man praktisch gelernt hat, und den Berufsstart zu erleichtern.

Manche Studiengänge sehen Pflichtpraktika vor. Besonders Fachhochschulen legen in ihren Prüfungsordnungen Ziel, Inhalt und Dauer von studienbegleitenden Praktika genauestens fest. Viele Studenten machen aber auch freiwillige Praktika in den Semesterferien; oder sie nehmen sich sogar ein Urlaubssemester, um während einer längeren Praxisphase besonders intensive Erfahrungen zu sammeln und einen beruflichen Schwerpunkt zu entwickeln.