Ich stehe kurz vor 6 Uhr auf und jogge etwa eine halbe Stunde am Meer entlang. Gefrühstückt wird im Stehen, um 7.45 Uhr bin ich im Konsulat. Zuerst lese ich die spanischen Zeitungen, dann besuche ich eine Seniorenresidenz, um die Unterschrift einer älteren Dame zu beglaubigen.

Von 9 bis 12 Uhr hat das Konsulat für die Kunden geöffnet, und ich sitze am Schreibtisch. Auf Mallorca leben 50.000 bis 60.000 deutsche Dauerresidenten, dazu kommen 4,2 Millionen Touristen im Jahr. Zunächst kümmere ich mich um zwei Erbschaftsausschlagungen, dann telefoniere ich mit dem Leiter des Goethe-Instituts in Barcelona. Katalonien ist in diesem Jahr Gastland auf der Frankfurter Buchmesse, wir planen gemeinsam eine Literaturlesung in Palma.

Um 11.30 Uhr düse ich los zur Parade der Militärkommandantur der Balearen – ein protokollarischer Pflichttermin. Um 13 Uhr bin ich mit dem Leiter der hiesigen Haftanstalt verabredet. Auf Mallorca sitzen etwa 30 Deutsche ein, die wir konsularisch betreuen.

Mittags treffe ich mich gegen 14.30 Uhr zu einem Arbeitsessen mit der Leiterin der Verkehrsbehörde, es geht um die Ummeldung deutscher Autokennzeichen.

Erst um 16.30 Uhr bin ich zurück im Büro, etwas zu spät, denn um vier beginnt der wöchentliche Jour fixe mit dem Konsulatsteam. Wie die Behörden in Deutschland haben wir eine 41-Stunden-Woche.

Um 17 Uhr ist eigentlich Feierabend, doch ein Großteil der Arbeit fängt jetzt erst an: Ich schreibe an einem Vortrag zum Thema "Auswärtiger Dienst, unterwegs in der Welt – ein Traumberuf?".

Gegen 19.30 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Kunstmuseum, wo die Ausstellung Landschaften der Balearen eröffnet wird.