In seinem "Studienqualitätsmonitor" hat das Hochschul-Informations- System (HIS) 21000 Studenten an rund 150 Hochschulen befragt, gemeinsam mit der AG Hochschulforschung der Universität Konstanz. Diese Studie liegt ZEIT CAMPUS vorab vor. In der Dezember-Ausgabe wird ZEIT CAMPUS ausführlich über das Thema berichten. Hier bereits die fünf wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Hohe Skepsis:
57 Prozent der befragten Studenten sind der Auffassung, dass sich weder Lehre noch Studienbedingungen durch Gebühren verbessern. Jeder dritte Student rechnet mit einer "leichten Verbesserung", bloß sechs Prozent sehen "starke Verbesserungen". "Viele Studenten wissen noch nicht, was durch die Einführung der Studiengebühren passieren wird, daher sind sie so skeptisch", sagt Janka Willige vom HIS.

Starke Ablehnung:
Grundsätzlich sind Studiengebühren unter Studenten unpopulär; zwei Drittel lehnen sie ab. Die Ablehnung sinkt aber, sobald Studenten wirklich zahlen müssen: An Gebühren-Hochschulen sind 63 Prozent der Studenten gegen das Bezahlstudium, an Hochschulen, an denen sie nichts zahlen müssen, 72 Prozent.

Große Fächerunterschiede:
Die Zustimmung zu Studiengebühren ist von Fach zu Fach unterschiedlich. Besonders niedrig ist sie bei Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaftlern, angehenden Lehrern und Agrarwissenschaftlern; nur jeder Zehnte von ihnen findet Studiengebühren gut. Etwas wohlwollender sehen Mathe-, Naturwissenschafts-, Medizin- und Ingenieurstudenten die Campusmaut. Populärer sind die Gebühren dagegen bei Wirtschaftsstudenten (26 Prozent dafür) und Nachwuchsjuristen (31 Prozent dafür).

Genaue Forderungen:
Egal wie Studenten Gebühren finden – sie haben präzise Vorstellungen, was mit den Einnahmen passieren soll. Willige: "Die Qualität der Lehre ist ihnen noch wichtiger als die Ausstattung." 83 Prozent der Studenten wollen durch Gebühren die Qualität des Lehrangebots verbessern, 77 Prozent wünschen sich mehr Betreuung durch Dozenten. Kleinere Seminare finden 61 Prozent wichtig. Nur 58 Prozent wollen Räumlichkeiten und Ausstattung verbessern.

Geringe Wechsellust:
Trotz der Aufregung über die Studiengebühren wird es keine Pilgerzüge in gebührenfreie Bundesländer geben. 82 Prozent der Studenten kündigten an, das Studium an ihrer Hochschule fortsetzen zu wollen. Lediglich fünf Prozent wollen in ein Bundesland ohne Gebühren wechseln. "Man wählt die Universität aus ganz unterschiedlichen Motiven, etwa wegen der Nähe zum Heimatort", erklärt Willige.