Seit Kurzem habe ich zwei Prominente als Karrierevorbilder: Petrosilius Zwackelmann und Marilyn Manson. Zwackelmann ist der Zauberer im Kinderbuch Der Räuber Hotzenplotz. Er verwandelte den gefährlichen Banditen in einen Sperling mit kleinen Hoden, einen Gimpel. Marilyn Manson verzauberte sich gleich selbst, wie man ja überall gut sehen kann, in eine Zombieversion von Schneewittchen. Die Strategie von beiden: Voodoo im Job. Das Ergebnis: weltweite Bekanntheit statt Oberpfalz.

Auch ich möchte meine Karriere gerne ein wenig voranhexen. Allerdings schätzt mein Chef es nicht wirklich, wenn man Kollegen in Gimpel verzaubert oder im Großraumbüro Tiere opfert wie Marilyn Manson auf der Bühne.

Was ich brauche, ist unauffälligere Zauberei, Magie für Introvertierte. Im Internet finde ich ein paar Bücher mit unblutigen Ritualen, dazu bestelle ich ein Set, das "Voodoo Lou’s Voodoo fürs Büro" heißt: mit Voodoo-Puppe, Voodoo-Nadeln, Voodoo-Buch – voodooer als ich ist jetzt nur noch der Schwarzmarkt von New Orleans.

Als harmlosen ersten Test pinne ich ein Foto meines Chefs an die Puppe, rufe "plopp" und verdrehe ihren Arm. "Ihr Chef", steht im Bedienungshandbuch, "wird nun zwei Wochen lang keinen Ball beim Tennis erwischen."

Nach ein paar Tagen fragt mein Chef, ob er zugenommen habe oder warum ich mich ständig nach seinen Sportergebnissen erkundige; die seien nämlich super. Dafür fährt sich mein Computer plötzlich andauernd von selbst herunter. Interessiert sich meine Voodoo-Puppe vielleicht nicht für Tennis, sondern ist eher ein Computernerd?

Bevor ich jedenfalls meine Karriere voranzaubern kann, muss erst der Rechner gesundgehext werden. "Benetzen Sie Ihren linken Zeigefinger mit Speichel", raten meine Voodoo-Bücher, "und malen Sie folgende drei Runen auf den noch ausgeschalteten Computerbildschirm." Die Runen heißen wie ägyptische Fußballspieler: Ansuz, Sowelo, Algiz.

Simsalabim!