Für viele Chefs ist das immer noch ein Gegensatz. Ein Interview mit der Arbeitsmarktforscherin Franziska Schreyer

Franziska Schreyer, 46, ist Soziologin und arbeitet beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Ihre Dissertation "Akademikerinnen im technischen Feld. Der Arbeitsmarkt von Frauen aus Männerfächern" erscheint im Frühjahr 2008

ZEIT Campus: Sie haben Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit von Frauen in Männerfächern untersucht. Angesichts der Klagen über den Ingenieurmangel ist Arbeitslosigkeit für Ingenieurinnen wohl kein Problem.

Franziska Schreyer: So einfach ist es nicht. Einerseits sind die Arbeitsmarktchancen für Hochschulabsolventen in aller Regel gut. Für Ingenieure gilt das erst recht, auch wenn es Unterschiede zwischen einzelnen Fachrichtungen gibt. Andererseits sind Akademikerinnen nach wie vor schlechter dran als Akademiker – auch bei den Ingenieuren. Bei den Maschinenbauingenieurinnen lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2006 zum Beispiel bei gut zehn Prozent. Damals beklagten Betriebe und Verbände schon den angeblichen Ingenieurmangel.

ZEIT Campus: Und bei den männlichen Maschinenbauern?

Schreyer: Lag sie bei vier Prozent. Laut meiner Studie (siehe Kasten rechts) haben Frauen aus den männerdominierten Ingenieur- und Naturwissenschaften im Vergleich zu den Absolventinnen anderer Fächer sogar ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden. Ich war selbst überrascht, aber die Zahlen zeigen das eindeutig.

ZEIT Campus: Wie erklären Sie sich das?

Schreyer: Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sind eben nur ein Faktor unter vielen, wenn es darum geht, ob Frauen einen Job bekommen.