Studenten sind oft Dilettanten, wenn sie Professoren Plagiate unterjubeln wollen. Das muss doch besser gehen, sagt sich Professor Fritz Breithaupt. Eine Kolumne

Liebe Studenten, das ist wirklich eine schwache Leistung: Untersuchungen haben ergeben, dass in manchen Fachbereichen um die 30 Prozent aller Seminararbeiten Plagiate sind. Das Dumme ist also, dass man 30 Prozent der Seminarteilnehmer das Plagiat nachweisen konnte!

Könnt Ihr keine besseren Plagiate schreiben?

Fangen wir mit den groben Fehlern an. Es gibt tatsächlich noch Studenten, die glauben, dass sie mit einer aus dem Internet runtergeladenen Seminararbeit durchkommen. Inzwischen sind wir mit Programmen wie www.turnitin.com gerüstet. Es findet bereits einen einzelnen geklauten Satz, auch aus geschützten Dateien.

Alle Wörter und Wendungen paraphrasieren? Schon besser. Aber leicht zu merken. Wenn ich lese: "Nach dem Holocaust lyrische Werke zu verfassen ist unzivilisatorisch", dann höre ich die Nachtigall trapsen, selbst wenn ich Adornos Original nicht im Ohr habe: "Nach Auschwitz Gedichte zu schreiben ist barbarisch…"

Von jemand anderem eine Seminararbeit kaufen, die nicht im Internet steht? Neulich kommt ein grinsender Student zu mir in die Sprechstunde, er will partout eine Arbeit zu Büchner und Heidegger schreiben. "Warum eigentlich dieses Thema?", frage ich. "Das finde ich irgendwie spannend", sagt der Student mit einer unbestimmten Handgeste. Die erste Warnflagge. "Welche Texte von Heidegger wollen Sie denn besprechen?" Das wisse er noch nicht, Heidegger so im Allgemeinen. Da wusste ich Bescheid.

Der Student hatte wohl eine flotte Arbeit zu "Büchner und Heidegger" ausfindig gemacht, die er mir unterjubeln wollte. Ich springe begeistert auf. "Tolles Thema!" Jetzt ziehe ich dicke Bücher aus dem Regal. "Wenn Sie das machen, müssen Sie unbedingt Heideggers Vorlesungen über Aristoteles einbeziehen, und von Büchner nehmen Sie…"